Imbissanbieter will nach Testphase weitermachen
Für Sebastian geht's um die Wurst: Doch wieder Gastro am Bahnhof?
Das Schulbus-Angebot auf dem Bahnhofsvorplatz ist gescheitert. Ob es einem Imbissanbieter dort besser geht? Er hofft das zumindest.
Hamm – Ein umgebauter US-Schulbus sollte für gastronomische Belebung auf dem Bahnhofsvorplatz sorgen. Doch nach einem Dreivierteljahr war das Unternehmen aus verschiedenen Gründen gescheitert. Gerade ist die Testphase für einen neuen Gastro-Anlauf auf dem Willy-Brandt-Platz um. Am Ende geht es dabei buchstäblich um die Wurst.
Denn die würde Sebastian Kotowicz seinen Kunden auch in Zukunft gerne weiter servieren. Die Schulbus-Gastro war seinerzeit mit dem Konzept angetreten, drinnen und draußen Westfälisches und Kuchen zu servieren. Betreiber Ludger Kapschak war damals als Sieger aus einem Bewerbungsverfahren hervorgegangen, das Stadt und Stadtmarketing für die Ansiedlung einer Gastronomie am Bahnhof ins Leben gerufen hatten. Vorausgegangen waren eine lange Tüftelei und eine politische Diskussion.
Imbiss vor dem Hammer Bahnhof: Bratwurst, Currywurst und Pommes
Dagegen ist das Konzept von Sebastian Kotowicz entwaffnend einfach: „Ich biete nur Bratwurst, Currywurst und Pommes an“, sagt er. „Aber das von hoher Qualität. Denn Qualität ist für mich entscheidend.“ Nach zwei Wochen Testlauf, der mit der Stadt abgestimmt war, ist Kotowicz überzeugt, dass seine Geschäftsidee am Bahnhof tragfähig ist. „Der Zulauf war gut, die Kunden waren zufrieden und sind wiedergekommen.“
Darunter seien viele aus den umliegenden öffentlichen Einrichtungen gewesen: Zentralbibliothek, Technisches Rathaus, Museum, SRH Hochschule. Und nicht zuletzt Bahnreisende, die einem Stopp an dem schwarzen Grillwagen eingelegt hätten, den Kotowicz „Estera’s Grill & Chill“ genannt hat.
Imbiss vor dem Hammer Bahnhof: Traum in Erfüllung gegangen
Für ihn ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen: „Ich wollte schon immer eine Pommes-Bude haben“, sagt der 32-Jährige. „So wie andere Polizist, Feuerwehrmann oder Arzt werden wollen.“ Vor zwei Monaten schließlich setzte er den Wunsch in die Tat um, kaufte einen alten Grillwagen und möbelte diesen komplett auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Einrichtung ist geschmackvoll, modern und durchaus einladend.
Den Standort hält er für gut. „Hier ist doch immer was los“, sagt Kotowicz. Ob es sein Standort bleibt, wird sich nun entscheiden. Zunächst wird das Stadtmarketing die Testphase bewerten und den Ball dann weiter an die Politik und die Bezirksvertretung Mitte spielen. Die Politik hatte bereits beim ersten Versuch ihr Okay gegeben, also soll sie auch diesmal entscheiden.
Knud Skrzipietz, damals noch federführend beim Stadtmarketing Hamm für das Projekt zuständig und heute Kulturbüroleiter, hatte eine Gastronomie am Bahnhof mit der Aufgabe des Busses nicht abgehakt. „Nach wie vor sehe ich Potenzial, die Aufenthaltsqualität auf dem Platz durch Gastronomie zu steigern“, sagte er im Frühjahr. Nun kommt sie vielleicht eine neue Chance.
