Eine der größten Veranstaltungen seit Beginn der Pandemie
Hunderte Gäste beim Hindufest - nicht alle halten Coronaregeln ein
Friedlich und farbenfroh war der Umzug beim Hindufest auf dem Tempelgelände. Coronaregeln wurden nicht immer eingehalten, die Polizei war vor Ort.
Uentrop – Wo zu besten Zeiten mehrere Zehntausend Gläubige und Zuschauer den Höhepunkt des Jahres- und Tempelfests der Hinduistischen Gemeinde Deutschland verfolgten, waren es in diesem Jahr etwa 500 Menschen, die den Zeremonien beiwohnten. Soweit zumindest die offiziellen Zahlen. Denn im Laufe des Nachmittags kamen noch einige hinzu, die größtenteils aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus dem übrigen Deutschland oder dem benachbarten Ausland an die Siegenbeckstraße anreisten.
| Stadt | Hamm |
| Sieben-Tage-Inzidenz | 12,8 laut Robert-Koch-Institut, Stand: 11. Juli 2021 |
| Fest | Tempelfest |
| Auflagen | Anmeldung, Mindestabstand, Tragen von Masken |
Tempelfest der Hindus: Eine der größten Veranstaltungen seit Beginn der Pandemie
Es ist eine der größten Veranstaltungen in Hamm seit Beginn der Pandemie. Auf das Tempelgelände durften nur angemeldete Besucher mit Maske, auf einen Nachweis über Impfschutz oder Genesung beziehungsweise auf den Nachweis negativer Coronatests wurde verzichtet.
Polizeiangaben zufolge mussten die Besucher Masken tragen und einen Mindestabstand von 1,5 Meter zueinander einhalten. Während es am frühen Nachmittag von der Polizei hieß, man habe nichts zu beanstanden, kontrollierten die Beamten später am Nachmittag erneut: „Mindestabstände und Maskenpflicht wurden von vielen eingehalten, aber von einzelnen Gruppen nicht“, sagte Polizeisprecher Malte Gerwin. Man habe die Teilnehmer mündlich verwarnt, Anzeigen habe die Polizei nicht geschrieben. Außerdem hätten die Beamten noch einmal mit Lautsprecherdurchsagen auf die Regeln aufmerksam gemacht.
Die Hammer haben schlechte Erfahrungen mit Großveranstaltungen in der Pandemie gemacht. Nach drei größeren Hochzeitsveranstaltungen im September begann die zweite Coronawelle in Hamm deutlich früher als in den meisten anderen Städten, Hamm wurde zum bundesweiten Corona-Hotspot.
Traditioneller Umzug: Hinter dem Tempel wurde es eng
Diese erneuten Kontrollen erfolgten einige Stunden nach dem traditionellen Umzug des aufwendig geschmückten Festwagens mit Sri Kamadchi Ampal, der Göttin mit den liebenden Augen. Normalerweise wird dieser Heilige Wagen durch die Straßen gezogen. In diesem Jahr durfte der Umzug ausschließlich auf dem Tempelgelände stattfinden, die Hindus zogen damit um den Tempel. Insbesondere hinter dem Tempel war es sehr eng, so dass an dieser Stelle die Abstände zeitweise nicht eingehalten wurden.
Prozession am Hindutempel in Hamm in kleinerem Rahmen




Obwohl die Veranstaltung nicht öffentlich war, verfolgten einige Zuschauer sie vom Zaun aus. Zu ihnen zählte auch Jacqueline Bohnenschäfer mit ihren drei Töchtern. „Wenn sich die Chance bietet, den Kindern fremde Kulturen näherzubringen, so muss man sie auch ergreifen“, sagte die Mutter. Sie wolle mit ihrer Familie demnächst auch mal eine Tempelführung mitmachen. Ihre Töchter, zu deren Schulkameraden auch Kinder der Hindugemeinden in Hamm zählen, waren ebenfalls angetan. Besonders Maya, das dreieinhalbjährige Nesthäkchen, verfolgte das Geschehen.
Hindufest: Eindringliche Musik, über den Boden rollende Gläubige
Die Göttin auf dem Wagen, der Priester mit seiner roten Kopfbedeckung und dem langen weißen Bart, die vielen feierlich gekleideten Gläubigen mit Feuerschalen, die eindringliche Musik, die über den Boden rollenden Gläubigen – all das kommentierte die Dreijährige. Vollends begeistert war sie, als der Oberste Priester Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal an den Zaun kam und Blütenblätter auf die Außenstehenden niederregnen ließ.
Am heutigen Montag findet die „Theertham“ genannte Prozession zum Datteln-Hamm-Kanal statt. Auch für diese Feierlichkeit ist für Besucher eine Anmeldung und das Tragen einer Maske erforderlich. Seinen Abschluss findet das rund zweiwöchige Jahresfest mit „Poongavanam“ am Mittwoch.
