Dalila Jabri erzählt von ihrem tollen Erfolg
Miss Deutschland aus Herringen: Meine Familie ist stolz auf mich
Hamm - Der Model-Traum geht weiter. Nach ihrem – wie sie selbst sagt – sehr überraschenden Sieg bei der Miss-Deutschland-Wahl in Bremen wird sich der Terminplan für Dalila Jabri aus Herringen jetzt stark füllen. Und das – vorläufig – bis hin zum großen Highlight im Oktober: Dann wird die 21-Jährige Hammer Schönheit in Indien um die Miss-World-Krone laufen.
Dabei wäre der jungen Herringerin am Sonntagabend in Bremen am Ende fast der Spaß vergangen: Zwar fand sie sich
zunächst noch in der Gruppe der ersten fünf (von 15 gestarteten Teilnehmerinnen) wieder – doch bei der Verkündung der Sieger tauchte ihr Name dann zunächst nicht mehr auf. Als der Moderator schließlich „Rheinland-Pfalz“ als Gewinner(in) ausrief, hätten sich alle verdutzt ansehen, schmunzelt Dalila Jabri im Gespräch mit dem WA. Denn: Miss Rheinland-Pfalz war da gar nicht mehr im Spiel. Es war also ein Scherz – und dieser wurde lachend zugunsten von Miss NRW korrigiert: Dalila Jabri aus Hamm war damit plötzlich Miss Deutschland!
„Fühle mich als Teil Deutschlands“
Ein Erfolg, der nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Freunde und ihre Familie sehr stolz
macht. Was zumindest im zweiten Fall nicht selbstverständlich sein müsste. Zwar ist Dalila – die marokkanische Wurzeln hat – hier geboren, und auch ihre Eltern sind hier aufgewachsen, doch äußern „Landsleute“ sowohl aus Marokko wie aus Deutschland Kritik an ihrem extrovertierten Hobby wie an ihren Erfolgen.
„Traurig“ sei sie darüber, wie die 21-Jährige zugibt. Andererseits erfährt sie insgesamt viel mehr Zuspruch – eben auch und besonders von ihren Eltern und ihren drei Geschwistern, die alle in Hamm zur Schule gehen. „Ich fühle mich doch als Teil Deutschlands!“, sagt sie. Einem Bruder mache sie derzeit sogar Mut, es selbst mal mit dem Modeln zu versuchen: „Der sieht auch ganz schön gut aus.“
Auftritt bei der Fashion Week für Sarah Kern
Dabei hatte die sympathische und kluge Herringerin (sie studiert Journalismus) das Thema Model-Karriere vor der Miss-NRW-Wahl nie auf dem Schirm gehabt: Daran habe sie spaßeshalber teilgenommen, nachdem sie auf einer Party in Köln
darauf angesprochen worden sei. Nach dem Sieg im November 2016 begann der Trubel: Sie bekam einen Modelvertrag bei MGO („Miss-Deutschland“-Veranstalter, nicht zu verwechseln mit der „Miss-Germany“-Konkurrenz), modelte in Italien und London, lief in Berlin auf der Fashion Week (für gleich vier Designer – darunter etablierte wie Sarah Kern), und setzte sich als Höhepunkt jetzt in Bremen besagte Miss-Deutschland-Krone auf die wallende Mähne.
Ob sie sich mit alldem einen alten Traum erfüllt habe? Nicht wirklich, lacht Dalila. Zwar ginge sie Herausforderungen immer positiv an, doch mit solchen Erfolgen habe sie nicht gerechnet. „Aber ich habe gemerkt, dass ich mich auf dem Laufsteg wohl fühle – das ist einfach mein Ding!“
Anders als in Köln waren in Bremen übrigens weder Freunde noch Familie dabei – auch weil sie es schlicht nicht wussten. Warum? „Weil ich davon ausging, dass ich eh nicht gewinnen werde...“
Wahl zur Miss World im Oktober in Indien
Und in welche Richtung wird sich das Leben von Dalila Jabri nun weiter entwickeln? „Ich werde in der nächsten Zeit vor
allem auf vielen Veranstaltungen meines Vertragspartners MGO anwesend sein“, erzählt sie. Das können Auftritte in Diskos sein, aber auch Modenschauen. Alles läuft jedoch vor allem und unwillkürlich auf das große nächste Ziel zu: die Wahl zur Miss World im Oktober in Indien. „Wenn das auch noch klappen würde, weiß ich gar nicht mehr, was ich noch denken soll“, lacht Dalila.
Aber sie wäre nicht sie selbst, wenn sie dieser Option eine realistische Chance einräumen würde: „Vor allem möchte ich einfach alles ausprobieren; das ist das Wichtigste im Leben. Man ist doch nur einmal jung.“ Dass das natürlich zu Lasten ihres vor zwei Jahren in Bonn begonnenen Studiums gehe, ist Dalila wohl klar. Dieses aufzugeben komme aber nicht in Betracht: „Das mache ich weiter – egal was passiert.“
Die nötige Bodenhaftung wird sie weiterhin bei ihren Freunden und ihrer Familie finden: Denn einmal in der Woche will Dalila Jabri auch weiterhin in ihre Heimat nach Herringen kommen.



