Entlastung für Holzstraße
Stadt Hamm gibt grünes Licht für „Elterntaxi-Haltestelle“ auf Marktplatz
Die Stadt hat die Pläne für eine „Elterntaxi-Haltestelle“ auf dem Herringer Marktplatz vorgestellt. Es gab viel Zuspruch, aber auch einige Bedenken. Dennoch: Eine Umsetzung nach den Herbstferein ist denkbar.
Herringen – Die Botschaft von Bezirksbürgermeister Franz Tillmann war eindeutig: „Der Schutz unserer Kinder muss im Mittelpunkt stehen“, sagte er am Mittwochabend auf einer Bürgerversammlung zum Thema „Eltern-Taxis“ in der Kultur- und Begegnungsstätte „Alter Bauhof“. Es freute ihn daher sehr, dass, so wie von SPD und Grünen beantragt, eine „Elterntaxi-Haltestelle“ auf dem Marktplatz eingerichtet werden und die Situation vor der Lessingschule – Hamms größte Grundschule – dadurch entzerrt werden kann. Das hat eine Prüfung der Verwaltung ergeben. Details müssen aber noch mit der Lessingschule abgestimmt werden. Außerdem soll noch an der einen oder anderen Stelle nachjustiert werden. Nachfolgend ein Überblick.
Ausgangslage: Laut einer NRW-Studie werden rund 33 Prozent aller Schüler im Land mit dem Auto zur Schule gebracht beziehungsweise wieder abgeholt. Für die Lessingschule bedeutet das, dass sie täglich von rund 150 „Eltern-Taxis“ – Zahlen nur für sie liegen nicht vor – angesteuert wird. Das hat in der Vergangenheit vor allem morgens, wenn alle 450 Schüler gleichzeitig kommen, zu teilweise chaotischen Situationen auf der Holzstraße und der Waldenburger Straße geführt. Regelmäßig wurden dort Gehwege, Sperrflächen und Bushaltestellen zugeparkt.
Elterntaxis: Situation vor Lessingschule leicht entspannt
Aktuelle Situation: Die Appelle von Schule, Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst an die Eltern, ihre Kinder auf dem Marktplatz aussteigen zu lassen, haben offenbar gefruchtet. Nach Angaben von Polizeihauptkommissar Frank Keil hat sich die Situation auf der Holzstraße etwas entspannt. Es gebe immer wieder kleine und größere Gruppen von Kindern, die, teils in Begleitung von Eltern, vom Marktplatz in Richtung Lessingschule laufen. Keil weiß aber auch: Die dunkle, nasse Jahreszeit kommt erst noch, sodass sich die Zahl der „Eltern-Taxis“ mit Ziel Lessingschule wieder erhöhen dürfte.
Plan: Von der Bezirksvertretung hatte die Verwaltung vor den Sommerferien den Auftrag erhalten, die Einrichtung einer Haltestelle für „Eltern-Taxis“ zu prüfen. Christian Bressler und Michael Hoffmann von der Straßenverkehrsbehörde stellten das Konzept vor. „Um es erfolgreich umzusetzen, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, so Bressler.
Elterntaxis: Fußabdrücke kennzeichnen Fußweg
Konkret ist geplant, im südlichen Bereich des Marktplatzes – je nach Bedarf – fünf bis acht zeitlich begrenzte und farblich markierte Parkplätze für „Eltern-Taxis“ einzurichten – und zwar von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 12.30 bis 13.30 Uhr. Zusätzlich sollen entsprechende Schilder aufgestellt werden. „Die genauen Zeiten müssen wir aber noch mit der Schule abstimmen“, sagte Bressler. Darüber hinaus wolle man den Weg vom Marktplatz zur Lessingschule mit kleinen Fußabdrücken kenntlich machen. Die Schüler müssten lediglich die Holzstraße überqueren. Hier gebe es aber eine Ampel. Polizei und KOD sollen den Bereich im Auge behalten.
Anregungen: Die Idee einer Haltestelle für „Eltern-Taxis“ wurde mehrheitlich positiv aufgenommen. Unter anderem PHK Figge und Wiebke Bürgelt, Leiterin der Lessingschule, begrüßten die geplanten Maßnahmen. Es gab aber auch einige Hinweise und Anregungen, die die Verwaltung prüfen und gegebenenfalls in das endgültige Konzept einarbeiten will.
Elterntaxis: Wird Grünphase verlängert?
Dazu gehört zum einen eine Verlängerung der Grünphase für Fußgänger auf der Holzstraße. Nachjustiert werden soll auch im Bereich der Park-platz-Zufahrt zu „Pinters Pinte“. Die Situation dort sei aktuell unübersichtlich und gefährlich, hieß es von mehreren Teilnehmern. Die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde sahen das ähnlich. Ein Verkehrsspiegel, eine Haltelinie und das Schild „Achtung Kinder“ sollen hier für mehr Sicherheit sorgen.
Von Eltern kam die Anregung, dass die Schule Schülerlotsen einsetzen und eine Elternbegleitung vom Marktplatz zur Lessingschule organisieren könnte. Das sei, wie Bürgelt sagte, sehr schwierige. „Außerdem wollen wir unsere Schüler zur Selbstständigkeit erziehen.“ Und dazu gehöre nun einmal auch der Schulweg. Viertklässler werden aktuell bereits als Schülerlotsen eingesetzt – aber nur auf dem Schulgelände. Sie wolle sie nicht im öffentlichen Straßenraum einsetzen, so die Schulleiterin.
Elterntaxis: Nicht nur Zustimmung für Haltestelle
Bedenken: Bedenken, dass die – zeitlich begrenzten – Parkplätze für „Eltern-Taxis“ den umliegenden Geschäften fehlen, wollte die Straßenverkehrsbehörde nicht teilen. Sie präsentierte dazu ein Foto, das am Morgen aufgenommen wurde und das einen weitgehend leeren Marktplatz zeigt. Eltern könnten zu dieser Zeit fast überall parken, hieß es.
Mehrere Anwesende äußerten ihre Befürchtung, dass die Entzerrung der Situation auf der Holzstraße zu mehr Problemen auf der Neufchâteaustraße führen wird – nämlich dann, wenn dutzende Eltern zur gleichen Zeit den Marktplatz verlassen wollen. Schon jetzt sei es auf der Straße voll. Insbesondere das Linksabbiegen dürfte noch schwieriger werden.
Elterntaxis: Umsetzung nach Herbstferien
Nach Angaben der Stadt soll die Entwicklung in diesem Bereich beobachtet und gegebenenfalls verbessert werden. Zudem verwies sie darauf, dass Eltern den Marktplatz auch über die Ausfahrt Fangstraße verlassen könnten.
Umsetzung: Die Ideen und Anregungen sollen geprüft werden. Bis zur nächsten BV-Sitzung am 9. September will die Verwaltung eine Mitteilungsvorlage erstellen. Realistisch ist eine Umsetzung der Maßnahme „zeitnah nach den Herbstferien“.