Heinz Harling kauft das Stunikenhaus in Hamm
HAMM ▪ Das historische Stunikenhaus hat nach langer Suche einen neuen Eigentümer. Heinz Harling, 57-jähriger Hammer Unternehmer und seiner Heimatstadt eng verbunden, hat eins der ältesten Häuser der Stadt gekauft. Der Vorvertrag wurde Anfang der Woche unterschrieben. Da aber bis zum 2. Mai noch das Vorkaufsrecht für die Stadt läuft, hält sich Harling mit seinen Plänen bedeckt.
So viel ist klar: „Ich habe das Haus gekauft, um etwas Ordentliches für die Stadt daraus zu machen. Geld werde ich wahrscheinlich nicht damit verdienen, aber das kann ich mir leisten“, sagt Harling, der sich nicht nur für die Hochschule Hamm-Lippstadt engagiert, sondern auch eine eigene Stiftung gegründet hat.
Der Neu-Eigentümer, dem allem Anschein nach die Stadt keine Knüppel zwischen die Beine werfen wird, hat eigene Ideen. Wie die aussehen, ist noch sein Geheimnis. Aber auf jeden Fall wird das Stunikenhaus gastronomisch weitergeführt.
„Es kann ein Millionengrab werden, ich rechne nicht mit viel Gewinn. Aber ich wollte unbedingt dieses Haus für die Öffentlichkeit und damit für die Bürger erhalten. Wir haben in Hamm nicht mehr so viel alte Bausubstanz, dass man sich nicht darum kümmern sollte“, sagte Harling im Gespräch mit unserer Zeitung.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der technotrans AG, der heute unter anderem als Investor tätig ist, versucht über die Nutzung des Stunikenhauses an eine breite gesellschaftliche Diskussion zu kommen. Anfang Mai, so sagt er, werde er mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit gehen.
Es hat lange gedauert, bis das Stunikenhaus in neue Hände übergegangen ist. Martin Wiesendahl von Peko-Immobilien hatte sich für den Vorbesitzer Peter Cremer von der IPS-Beteiligungs-GmbH und Co KG Münster auf die Suche nach einem neuen Eigentümer gemacht.
Damals konnte man sich eine Nachnutzung durch ein Rechtsanwalts- oder ein Architekturbüro in dem unter Denkmalschutz stehenden Haus von 1748 vorstellen. Ob Politik oder Vor-Eigentümer: Alle waren sich darüber einig, dass man mit dieser Immobilie auch in Zukunft sehr behutsam umgehen müsse, da es sich um eine Kostbarkeit für die Stadt handele. Von der Verwaltung war laut Nutzungsplanung immer nur eine gastronomische Verwendung für das Haus vorgesehen. Beim Kauf des Hauses durch die damalige Thier-Brauerei war sogar eine Gastronomiebindung vorgeschrieben worden.
Ein Highlight des alten Patrizierhauses ist der Kreuzgewölbekeller mit seinem noch intakten Brunnen. Insgesamt beträgt die Gastronomiefläche des Hauses 300 Quadratmeter, die Wohnflächen im oberen Bereich des dreistöckigen Hauses kommen noch einmal auf 105 Quadratmeter.
Gespannt darf man auf die Ideen Harlings sein, wie die künftige Nutzung aussehen soll. ▪ ms