Polizeiliche Kriminalitätsstatistik
Heftiger Bluttaten zum Trotz: Hamm ist 2021 sicherer geworden
Die Kriminalitätsentwicklung in Hammer Stadtgebiet blieb auch im Corona-Jahr 2021 rückläufig. Das geht zumindest aus den Daten der Polizei hervor. Gleichwohl gab es einige Vorkommnisse, die besonders negativ in Erinnerung bleiben werden.
Hamm - Die Kriminalitätsentwicklung im Bereich des Polizeipräsidiums Hamm ist im Trend der letzten zehn Jahre weiter rückläufig (minus 5,70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, minus 6,75 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012). Das Straftatenaufkommen im Jahr 2021 stelle mit 14.667 Delikten das drittniedrigste der letzten zehn Jahre dar. Das teilte die Polizei am Montag in ihrer jährlichen Übersicht mit. Am besten lassen sich die Informationen in Form von Grafiken wahrnehmen, die wir hier für Sie zusammengestellt haben (weitere Stichwortangaben lesen Sie darunter):
Kriminalitätsentwicklung in Hamm 2021: Die wichtigsten Infos auf den Punkt




Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote in Bezug auf die Gesamtkriminalität konnte im Zehn-Jahres-Trend weiter gesteigert werden. Sie ist mit 56,01 Prozent die zweithöchste Quote der letzten zehn Jahre (plus 1,05 Prozent zum Vorjahr, plus 3,54 Prozent im Vergleich zu 2012).
Straßenkriminalität
Die Fallzahlen im Bereich der Straßenkriminalität als Gradmesser der operativen Maßnahmen an Kriminalitätsbrennpunkten und in Angsträumen sind im Zehn-Jahres-Trend weiter rückläufig (minus 7,41 Prozent zum Vorjahr, minus 8,57 Prozent im Vergleich zu 2012).
Gewaltkriminalität
Bei den Fallzahlen der Gewaltkriminalität ist im Zehn-Jahres-Trend eine leichte Steigerung zu verzeichnen (plus 2,94 Prozent zum Vorjahr, plus 4,87 Prozent im Vergleich zu 2012).
Gefährliche und schwere Körperverletzungsdelikte
(... im öffentlichen Raum) Es zeigt sich insgesamt ein leicht rückläufiger Trend in der Zehn-Jahres-Betrachtung, wobei im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme zu verzeichnen ist (plus 37,40 Prozent).
Raubdelikte im öffentlichen Raum
Die Raubdelikte im öffentlichen Raum sind rückläufig (minus 32,84 Prozent zum Vorjahr, minus 33,82 Prozent im Vergleich zu 2012). Die Anzahl der Fälle von Handtaschenraub sind mit lediglich drei Fällen auf einem erfreulichen Tiefstand.
Herausragende Gewaltdelikte
Auch im Jahr 2021 hat es einige herausragende Tötungsdelikte und Versuche auf dem Niveau der Vorjahre gegeben:
- Vollendetes Tötungsdelikt: 14. Januar 2021, 2.:30 Uhr, 59063 Hamm, Johann-Sebastian-Bach-Straße, Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, § 212 StGB (Totschlag)
- Vollendetes Tötungsdelikt: 15. Februar 2021, 19.48 Uhr, 59067 Hamm, Dortmunder Straße, Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt
- Versuchtes Tötungsdelikt: 21. Juni 2021, 6.40 Uhr, 59073 Hamm, Asternstraße, Unterbringungsbeschluss im Maßregelvollzug, § 212 StGB (Totschlag)
- Vollendetes Tötungsdelikt: 19. September 2021, 6.48 Uhr, 59065 Hamm, Heßlerstraße (OLG-Park). Prozessbeginn am 15. März 2022
- Versuchtes Tötungsdelikt: 23. Oktober 2021, 2.30 Uhr, 59065 Hamm, Königstraße, Ermittlungsverfahren in Bearbeitung
Delikte gegen Amtsträger
(Widerstand gegen Vollstreckungskräfte und tätlicher Angriff) Die Delikte gegen Amtsträger sind im Zehn-Jahres-Trend weiterhin im Anstieg und haben sich seit dem Jahr 2012 mehr als verdoppelt (plus 8,65 Prozent zum Vorjahr, plus 105,45 Prozent im Vergleich zu 2012).
Diebstahlsdelikte gesamt
Die Fallzahlen im Bereich der Diebstahlskriminalität sind im Zehn-Jahres-Trend weiter rückläufig (minus 16,03 Prozent zum Vorjahr, minus 15,91 Prozent im Vergleich zu 2012).
Wohnungseinbruchsdiebstahl
Insbesondere der Wohnungseinbruchsdiebstahl ist stark rückläufig und mit 173 Delikten im Zehn-Jahres-Trend auf Tiefststand. Der Anteil der Versuche mit 53,76 Prozent ist ein Indiz für die Wachsamkeit der Bürgerinnen und Bürger sowie für die erfolgreiche Präventionsarbeit des Polizeipräsidiums Hamm. Die Aufklärungsquote konnte im Zehn-Jahres-Trend weiter gesteigert und das Tief der Jahre 2019 und 2020 überwunden werden (plus 12,33 Prozent zum Vorjahr, plus 2,95 Prozent im Vergleich zu 2012). Sie liegt aktuell bei 24,28 Prozent.
Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen
Das zweite Jahr in Folge nimmt die Anzahl der Delikte in diesem Bereich deutlich ab (minus 6,70 Prozent zum Vorjahr). Insgesamt ist die Entwicklung der Fallzahlen im Zehn-Jahres-Trend leicht rückläufig (minus 8,15 Prozent im Vergleich zu 2012).
Fahrraddiebstahl
Bei den Fallzahlen im Bereich des Fahrraddiebstahls ist im Zehn-Jahres-Trend ein Rückgang zu verzeichnen (minus 15,04 Prozent zum Vorjahr, minus 18,19 Prozent im Vergleich zu 2012). Zunehmend gehören hochwertige Fahrräder zum Diebesgut. Trotz des Rückgangs der Fallzahlen stieg die Schadenssumme in 2021 auf insgesamt 681.641 Euro.
Vermögens- und Fälschungsdelikte
Bei den Fallzahlen im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist im Zehn-Jahres-Trend ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (minus 8,91 Prozent zum Vorjahr, minus 43,30 Prozent im Vergleich zu 2012).
(Quelle aller Informationen: Polizei Hamm)