Der Heessener Karneval Club hat sich aufgelöst
HEESSEN ▪ Keine Narretei mehr aus Heessen: Der Heessener Karneval Club (HKC) hat sich aufgelöst. Gefasst hat der Verein diesen Beschluss bereits im September des vergangenen Jahres. Zurzeit werden die letzten Formalien erledigt. Damit ist eine fast 40-jährige und über lange Zeit auch sehr erfolgreiche Tradition zu Ende gegangen.
Den Anstoß zur Gründung eines neuen Karnevalsvereins hatte Heinz Höltermann im Oktober 1971 gegeben, als er von Münster nach Hamm kam und über eine Notiz in der Zeitung Mitstreiter suchte. Schon in Münster hatte er sich im Karneval engagiert. Auch Karlheinz Seifert suchte in dieser Zeit eine neue karnevalistische Heimat. Von den Blauen Funken brachte er die Erfahrung als Prinz, Sitzungspräsident und Präsident mit. Letzteres Amt übernahm er bei den Heessener Jecken von Anfang an. Von der Gründung bis zur Auflösung waren auch noch Annelore Duda, Paul Stecher und Josef Benen mit dabei.
„Im Oktober war die Gründung mit 13 Leuten. Schon zur Eröffnung der Session am 11. 11. ging es mit einem kleinen Programm in der Gaststätte Zur Hölle am Bockelweg los“, erinnert sich Seifert an die Anfänge. „Zu unseren besten Zeiten in den 1980er Jahren haben wir drei Stunden Programm aus den eigenen Reihen auf die Beine gestellt. Wir hatten alles, von der Büttenrede über das Zwiegespräch, eine Tanzgarde, Solotanz und Showtanz bis hin zur Gesangsgruppe und Sologesang. Und wir wurden auch von außerhalb gebucht. Dazu sind wir bis nach Wuppertal, Bad Meinberg und Herford gefahren“, berichtet Seifert.
In Heessen richtete der HKC einstmals regelmäßig die Sessionseröffnung, eine Galasitzung, Kinderkarneval, Altenkarneval, Weiberfastnacht, den Rathaussturm und einen Kehraus aus. Durch das Programm führte der bereits verstorbene Heinz Klönne als Sitzungpräsident. Mehrfach wechselte der Verein sein Stammlokal. Aus der Hölle zogen die Jecken in die Gaststätte an der Sandstraße, von dort zu Kerkmann am Rottkamp und weiter zu Kohers an der Amtsstraße, bis sie schließlich wegen des Andrangs ihr Programm im Bürgersaal der Sachsenhalle aufführten.
Viermal stellte der HKC das Hammer Stadtprinzenpaar. Zweimal davon war Seifert der Regent. Für sein Engagement im Karneval wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Heessener Stadtbezirksmedaille mit dem silbernen und goldenen Verdienstorden des Bundes Ruhr-Karneval und der höchsten Auszeichnung dieses Bundes, dem Schwarzen Diamanten. Den erhielt auch Heinz Höltermann für seinen karnevalistischen Einsatz.
Am Ende hatte der HKC immerhin noch 60 Mitglieder. Doch die meisten wollten aus Altersgründen nicht mehr auf der Bühne stehen oder Verantwortung im Vorstand übernehmen. „Die Oldies“ waren die letzte Gruppe. Der Nachwuchs fehlte. Bereits in der vergangenen Session hatte der HKC daher keine Veranstaltung mehr angeboten.
Heinz Höltermann werde den Wagenbau unter der Regie des Festkomitees Hammer Karneval wohl noch etwas weitermachen. Er selbst werde aber nur noch als Gast zu Karnevalsveranstaltungen gehen, sagt Seifert. Dabei will er allerdings seiner Heimat treu bleiben. Köln zum Beispiel kann ihn gar nicht locken: „Da versteht man ja nicht, was die singen“, moniert er ▪ jim