Rat soll entscheiden
Laubsammelbehälter: Von Heessen in die ganze Stadt
Heessen - Vielleicht ist es nicht die Revolution, die von Heessen aus auf die ganze Stadt übergreift – aber doch eine wegweisende Erneuerung: Nach zwei Jahren Testphase im Bezirk stellt der Abfall- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Hamm (ASH) im kommenden Jahr an allen Straßen Laubsammelbehälter auf, auf denen viele Bäume sind.
Das jedenfalls das der Rat in seiner nächsten Sitzung beschließen. Ludger Moor, früherer SPD-Fraktionschef in der Bezirksvertretung, freut sich besonders, denn er setzt sich seit einem Dutzend Jahren für die Behälter ein. Er hat über lange Zeit „dicke Blätter“ gebohrt. Noch mehr freuen sich aber die Anwohner, die schon Erfahrungen mit den Behältern gemacht haben.
Zum Beispiel Thekla Haarmann. „Wir wussten früher gar nicht, wo wir die ganzen Blätter noch entsorgen sollten“, sagt sie, „wir haben sie zum Beispiel zum Recyclinghof nach Sandbochum gebracht, aber da hätten wir zeitweise jeden Tag fahren können.“ Im Wald entsorgen, in die Mülltonne stopfen? Oder in die Grünabfalltüten des ASH? „Die sind dafür viel zu klein“, sagt Haarmann.
Nur Straßenlaub erlaubt
Sie wohnt im Hülsei und hat wie ihre Nachbarinnen Edelgard Papenfuss und Annette Kerkmann die Laubsammelbehälter schätzen
gelernt – ihre Straße war Ort des Versuchs der ASH. Man wollte herausfinden, ob die Anwohner die Behälter nutzen – und wie viel Abfall sich darin findet, der da gar nicht reingehört. Denn das waren die wichtigsten Bedenken von ASH-Geschäftsführer Reinhard Bartsch: Dass Grünabfälle aus den umliegenden Gärten in den Behältern entsorgt werden oder auch Plastiktüten und einfach Hausmüll. Denn: Nicht einmal Blätter aus dem eigenen Garten sind erlaubt, sondern nur die der Bäume an der Straße.
Daran haben sich die Anwohner gehalten. „Ich habe das Laub zusammengefegt und dann in den Behälter geschüttet“, sagt Edelgard Papenfuss. An einem Tag habe sie bemerkt, dass der Laubsammelbehälter verschoben worden sei: „Da habe ich das Laub dann bis zum Behälter gefegt.“
Anwohner passten auf
Und: Die Anwohner passten auf, dass niemand etwas falsches in die Sammelbehälter wirft. An einem Tag habe sie das Laub gerade zusammengefegt, als ein Auto vor dem Sammelbehälter gehalten habe, sagt Thekla Haarmann. „Zwei Männer stiegen aus und wollten ihren Grünabfall aus dem Garten dort entsorgen“, sagt sie, „da bin ich dann schnell mal hin und habe ihnen das erklärt.“ Verhindern können habe sie die Entsorgung nicht, aber die Männer seien auch nicht wiedergekommen.
Dilek Erdogan, Moors Nachfolgerin als Fraktionschefin, bezieht auch eine weitere Straße in Heessen in ihre Betrachtung ein: Im vergangenen Jahr standen die Behälter am Frielicker Weg – die Anwohner dort waren genauso begeistert und haben ebenfalls dafür gesorgt, dass die Sammelbehälter richtig gefüllt wurden.
Eine „Riesenerleichterung“
Alles in allem seien die Laubsammelbehälter eine „Riesenerleichterung“, sagt Annette Kerkmann, ein „Riesenservice“: „Ich will sie nicht mehr missen.“ Das hat Ludger Moor erwartet. Er hat vor zwölf, 15 Jahren in anderen Städten solche Laubsammelbehälter gesehen – und gleich gemerkt, dass die auch für Heessen und Hamm gut wären. „Besonders angesichts der demografischen Entwicklung sind diese Behälter sinnvoll!“, sagt er. „Die Anwohner werden immer älter, und dann fällt es ihnen auch immer schwerer, das Laub zu entsorgen.“
Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke (SPD) weist darauf hin, dass viele Anwohner wollen, dass es vor ihrer Haustür ordentlich aussieht. Und die Laubsammelbehälter sorgten dafür, dass es ihnen leichter falle, die Straße sauber zu halten, sagt sie.
