Hamms Beste Band 2004: Und wieder Que Pasa
Erneut waren 1500 Fans in den Zentralhallen Zeugen eines tollen und noch dazu absolut friedlichen Hamms-beste-Band-Festivals, veranstaltet wie in jedem Jahr von der WA-Band!
Sie sahen, wie Que Pasa? dank eines furiosen Auftritts erneut zur besten Band des Stadt gekürt wurden und wie mit Curklin und No Desire dank bemerkenswerter Vorstellungen zwei Bands auf die weiteren Plätze drängten, die kaum einer auf der Rechnung gehabt hatte. Das Los ist unerbittlich, das mussten an diesem Tag besonders Red Point (die ältesten) und die Turbulenzen (die jüngsten) erkennen, die die undankbaren Jobs des Anheizers bzw. "Rausschmeißers" übernehmen mussten. Egal, beide Combos standen darüber und legten souveräne Gigs auf die Bühnen. Toll, dass schon bei den Herren der Rot-Punkt-Fraktion die Halle ordentlich gefüllt war. Von Rost keine Spur, Hardrock auf hohem musikalischem Niveau und stimmiger Chorgesang begeisterte auch viele junge Fans, sodass vor der Bühne die ersten Pogo-Tänzer gesichtet wurden. Da fiel es nicht einmal ins Gewicht, dass der Attacke-Bär zur Eröffnung noch nicht da sein konnte...
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Auf der anderen Seite hatte sich die Publikum inzwischen für Said And Done verdichtet - und wurde von seinen Lieblingen auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. Die Auftaktpanne eines batteriegeschädigten Senders wurde schnell verziehen, und schon beim originellen Dudelsack-Intro hatten Dutzende Fans ihre Sieger im Herzen bereits gekürt. Genau übrigens wie bei Band Nummer 3: Que Pasa? ließen auf Bühne 1 nichts anbrennen und brannten ihr Feuerwerk an Gute-Laune-Hits souverän ab. Das übrigens dank neuer PA-Technik der Firma Matzka bei einem richtig tollen Sound, den man bis dato in den Zentralhallen nicht gewohnt war.
Für No Desire konnte es nach diesen zwei Publikumsfavoriten eigentlich nur hart werden. Doch die vier Jungs (plus Bläserverstärkung) ließen sich das nicht anmerken und schafften es selbstbewusst, mit ihrer eigenen kleinen Fangemeinde eine starke Party zu feiern, die noch Minuten nach dem letzten Ton nicht zu Ende war.
Scratch The Surface konnten einen vergleichbaren Draht zum Publikum danach leider nicht mehr halten, hatten zudem (als einzige) etwas Pech mit dem Sound, der ihren schnellen deutschen Punk zu dünn in die Halle transportierte. Das änderte sich bei Curklin wieder, obwohl ihre Musik (noch dazu ohne Soundcheck) wahrlich nicht leicht abzumischen ist. Psychedelisch, schräg, eigenwillig, voller Bewegung, aber ungemein kraftvoll drückten sie ihre Songs ins Publikum, und jene, sich drauf einlassen wollten, hatten großen Spaß daran. Kein Zweifell, diese Musiker lieben, was sie tun. Kraft strotzend präsentierten sich anschließend Under 7 Bridges. Die Crossover-Bande kochte das Publikum mit einer energetischen, brutalen und jederzeit mitreißenden Show auf.
Dann die bange Frage: Geht HipHop in Hamm? Geht HipHop bei einem Rockkonzert? Ja, es geht. Trotz der fiesen Startposition fanden auch die zwei Turbulenzen noch ihre Publikum, faszinierten mit einem zusätzlichen Mann an den Turntables und einem Saxofonisten und vor allem mit Raps in deutscher Sprache. Das funktionierte immerhin so gut, dass eine kleine, unfaire Fangruppe ihre Störmanöver nach einigen Minuten aufgab. Keine leichte Aufgabe für die Jury (Volker Wendland, Benedikt Aperdannier, Patrick Pelzer, Jochen Heimann), die sehr gewissenhaft mit ihrer Urteilsfindung umging und schließlich mitsamt der Publikumsstimme zu einem vielfach unerwarteten, aber doch mutigen und interessanten Urteil kam.
Keine Frage war das bei Que Pasa?, die für ihren ersten Platz 1000 Euro von Sponsor Isenbeck/Krietemeyer entgegen nehmen durften. Vielmehr jedoch bei den weiteren Plätzen, die sehr knapp zusammen lagen. So gelangten schließlich Curklin auf Platz 2 zu 500 Euro von den Stadtwerke und der Stadt Hamm und No Desire auf Rang 3 zu 300 Euro, gestiftet von der Sparkasse.
1. Que Pasa? (Jury: 31 Punkte/Publikum: 9 Punkte - insgesamt 40) (260 Publikumsstimmen)
2. Curklin (21/5 - 26) (139 Publikumsstimmen)
3. No Desire (21/4 - 25) (100 Publikumsstimmen)
4a. S&D (17/7 - 24) (188 Publikumsstimmen)
4b. U7B (18/6 - 24) (170 Publikumsstimmen)
5. Turbulenzen (20/3 - 23) (71 Publikumsstimmen)
6. Red Point (15/2 - 17) (50 Publikumsstimmen)
7. STS (5/1 - 6) (44 Publikumsstimmen) (Zur Erklärung: Die bestbewertete Band bekommt von jedem Jury-Mitglied 9 Punkte, die zweite 7, die dritte 6, die vierte 5 und so weiter.)



