61 Katzen, 18 Hunde, 7 Kaninchen und ein Wellensittich

Hammer Tierasyl sucht für "absolute Notfälle" ein Zuhause

Die vierjährige Collie-Dame Josie zeichnet sich durch ihr besonderes Sozialverhalten aus. Sie kommt gut mit anderen Hunden sowie mit Kindern aus und ist pflegeleicht.
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Die vierjährige Collie-Dame Josie zeichnet sich durch ihr besonderes Sozialverhalten aus. Sie kommt gut mit anderen Hunden sowie mit Kindern aus und ist pflegeleicht.

Hamm - 61 Katzen, 18 Hunde, sieben Kaninchen und ein Wellensittich warten derzeit im Hammer Tierasyl auf neue Besitzer. Seit mittlerweile 39 Jahren ist das Tierasyl direkt neben dem Tierpark an der Grünstraße vorübergehendes Zuhause für Fundtiere. „Wir sind quasi das Fundbüro für Haustiere“, lacht Leiterin Sarina Leben. Zwar seien einige der Vierbeiner ihren Haltern lediglich entlaufen und können nach kurzer Zeit wieder zurück in ihr trautes Heim. „Doch viele sind tatsächlich ausgesetzt worden“, so Leben.

Mögliche Gründe dafür: „Unwissenheit und Überforderung“, meint die Leiterin. „Manchmal beißt ein Hund einmal und der Halter gibt ihn sofort weg.“ Dabei könnte mit etwas Mühe, Empathie und vor allem Wissen das Verhalten des Tieres nachvollzogen und darauf eingegangen werden. 

Zudem sei tatsächlich zu beobachten, dass gerade nach Weihnachten Tiere ausgesetzt würden. „Tiere sollte man nicht verschenken“, sagt Leben. Darum vermittelt das Tierasyl in der Weihnachtszeit grundsätzlich gar keine Tiere. „Wenn jemand an einem Tier von uns interessiert ist, kann er gerne nach Weihnachten zu uns kommen.“ 

In der Regel werden die Fundtiere auf der Straße ausgesetzt. Polizei, Feuerwehr oder Ordnungsamt benachrichtigen dann das Tierasyl. „Für diese Fälle haben wir einen Bereitschaftsdienst“, so Leben. Nach der Ankunft kommt jedes Tier erstmal zehn Tage in Quarantäne. Danach werden die Neuankömmlinge geimpft, kastriert, gechipt, entwurmt und entfloht. „Die Tiere werden also alle gesund an neue Halter abgegeben“, sagt Leben. 

Potenzielle neue Besitzer werden vom Tierasyl-Team zunächst auf Herz und Nieren geprüft. „Wir haben einen Fragebogen zur Vermittlung“, erklärt Leben. „Sollten da Unstimmigkeiten sein, frage ich nochmal genauer nach.“ Außerdem müssen die neuen Herrchen und Frauchen zunächst einige Male mit ihrem Schützling Gassi gehen. „Damit sich schonmal eine Bindung aufbauen kann“, so Leben. Zudem ist für Hunde ab einer Größe von 40 Zentimetern ein Sachkunde-Nachweis vorzulegen. 

Ohnehin empfiehlt Leben für Hundehalter den so genannten Hundeführerschein. „Das ist immer von Vorteil, für Hund und Halter“, so die Expertin. Doch nicht nur mögliche neue Herrchen können mit den Hunden des Tierasyls ab und zu Gassi gehen. „Die Hunde sind froh, wenn sie ausgeführt werden“, sagt Leben. 

Interessierte können sich einfach bei Leben und ihrem Team melden. Das Tierasyl hat täglich in der Zeit von 11 bis 13 Uhr sowie mittwochs und freitags zusätzlich in der Zeit von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Wer selbst zwar keinen Vierbeiner aufnehmen kann, den Tieren aber dennoch etwas Gutes tun möchte, kann dies in Form von Spenden machen. Neben Geld können auch Sachspenden direkt im Tierheim abgegeben werden. Dafür kommen zum Beispiel Decken, Spielzeug, Zubehör und auch Futtermittel infrage. 

Betrieben und finanziert wird das Hammer Tierasyl in enger Zusammenarbeit zwischen der Tierpark Hamm gGmbH und der Stadt Hamm. Leiterin Leben arbeitet seit fünf Jahren im Tierasyl. „Ich habe davor meine Ausbildung zur Tierpflegerin im Tierpark gemacht und dort 13 Jahre gearbeitet“, erklärt sie.

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