Kritik am Kauf der Hochhäuser an der Heessener Straße
Hamm - Angesichts der geplanten, millionenschweren Immobilienankäufe der Stadtentwicklungsgesellschaft hagelte es Kritik von der Opposition im Rat. Auch aus der Bürgerschaft wurden kritische Stimmen laut, die den Kaufpreis von rund 1,8 Millionen Euro für das heruntergekommene Mietshochhaus an der Heessener Straße für nicht marktgerecht und völlig überhöht halten.
Hamm werde durch das Agieren der großen Koalition zu einem „Paradies für Spekulanten“, heißt es in Leserzuschrift an den WA.
„Wir Grüne fordern eindringlich, sofort mit dieser Einkaufstour aufzuhören“, sagte Grünen-Ratsherr Karsten Weymann gegenüber dem WA. „Ich bin wirklich fassungslos. Wie kann es sein, dass die Stadt Hamm mit Steuergeldern heruntergekommene Immobilien in großen Mengen einkauft?“
Die Stadt belohne mit diesem Vorgehen Immobilienbesitzer, die sich jahrelang nicht um ihre Häuser gekümmert hätten, mit dem Steuergeld der kleinen Leute. Es sei eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, „dass Oma Müller über die Mietnebenkosten den Einkauf von Schrottimmobilien finanzieren muss“, sagte Weymann.
Auch die FDP-Gruppe im Rat sparte nicht mit Kritik. Außer dem „Schandfleck“ an der Ecke Münsterstraße/Heessener Straße handle es sich bei den weiteren Objekten im Hammer Westen, die erworben werden sollen, nicht um Gebäude, die für ganz Hamm relevant seien. „Es handelt sich nicht um Standorte, deren Entwicklung die ganze Stadt voranbringt“, sagte FDP-Ratsherr Ingo Müller.
Ihn störe es weiterhin, dass die Verantwortlichen der Stadtentwicklungsgesellschaft bis heute nicht die Kriterien offengelegt hätten, auf deren Grundlage die Kaufobjekte ausgesucht werden. „Es gibt keinen Gesamtplan, nicht einmal Absichtserklärungen“, so Müller. Und die Gesellschafterversammlung tage nichtöffentlich hinter verschlossenen Türen. Die Entwicklung bestätige die anfänglichen Befürchtungen der FDP voll und ganz: „Die Stadtentwicklungsgesellschaft treibt die Preise hoch und entsorgt für das Geld der Bürger Immobilien, die die Besitzer zuvor haben verkommen lassen“, sagte Müller. „Einen überzeugenden Plan, von dem die gesamte Stadt Hamm profitieren könnte, haben CDU und SPD nicht.“
Müller bezeichnete es dennoch als „sinnvoll“, das heruntergekommene Hochhaus an der Heessener Straße nun zu beseitigen. „Das allein rechtfertigt aber nicht die fünf Millionen Euro zusätzlich pro Jahr, die den Bürgern über die Erhöhung der Grundsteuer B aus der Tasche genommen werden“, sagte Müller. Das Projekt hätte die Stadt auch ohne Gründung der SEG stemmen können.
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