Leerstände aufwerten
Stadt kämpft gegen Verödung in der City an - mit Geld vom Land
Leerstände machen eine Innenstadt nicht gerade attraktiver. Nun gibt es einen weiteren Lösungsansatz für dieses Problem.
Hamm – Im kreativen Umgang mit leer stehenden Ladenlokalen in der City will die Stadt Hamm künftig mehrgleisig fahren und Mittel aus einem neuen Förderprogramm des Landes akquirieren. Damit sollen auch bauliche Maßnahmen wie Abrisse, Umbauten oder die Zusammenlegung von Ladenlokalen gefördert werden. Die Stadt müsste einen Eigenanteil von 20 Prozent beisteuern.
Aufwertung der City: Sechsstellige Fördersumme
Die Bezirksvertretung Mitte hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Nun muss es noch der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Mobilität am 30. November. Das „Förderprogramm dauerhafte Umnutzung von leer stehenden Ladenlokalen“ des Landes ist ein weiterer Baustein zur Stärkung der Innenstädte. Wie Stadtsprecher Lukas Huster mitteilt, erhofft sich die Stadt im Frühjahr 2022 den Zuschlag und will dann in die Umsetzung gehen. Für das kommende Jahr wären 50 000 Euro an Unterstützung zu vergeben, für die Jahre danach bis 2026 jeweils 100 000 Euro. Die Stadt würde zusammen 90 000 Euro dazu beisteuern. Mit Eingang des Förderbescheides bei der Stadt könnten Eigentümer dann ihre Anträge einreichen.
Abriss und Umbau von Ladenlokale in der City
Das Programm zielt darauf ab, die dauerhafte Umnutzung leer stehender Ladenlokale und Flächen der Gastronomie ohne Wiedervermietungsperspektive für Handel und Gastro zu unterstützen. Förderfähig kann unter anderem die Entkernung, der Abriss von Anbauten, der Umbau des Erdgeschossbereiches und die Zusammenlegung von Ladenlokalen sein.
Die Maßnahme wird durch den Quartiersarchitekten begleitet. Der Förderbetrag ist abhängig von der investierten Summe und davon, ob eine Umnutzung mit späterem Ertrag (zum Beispiel Wohnen oder Dienstleistungsangebote) oder ohne Ertrag (als Hausgemeinschaftsräume, für Vereine oder soziale Einrichtungen) geplant ist.
Eine weitere Landesförderung über das Sofortprogramm Innenstadt gibt es für die Anmietung leer stehender Ladenlokale durch neue Nutzer und Start-Ups. Neben dem „Treibkraft.Theater“ in einem ehemaligen Stoff- und Wollgeschäft Am Stadtbad haben davon bisher drei weitere Mieter in Innenstadtlage Gebrauch gemacht. Zwei zusätzliche Anträge seien noch in der Bearbeitung, so der Stadtsprecher.
Die Bedingungen: Maximal 300 Quadratmeter sind förderfähig. Der Vermieter darf höchstens 70 Prozent der letzten Miete aufrufen. 20 Prozent davon trägt der neue Mieter, 90 Prozent vom Rest übernimmt das Land, 10 Prozent die Stadt. Die Förderung ist auf zwei Jahre begrenzt, dann muss mit dem Eigentümer neu verhandelt werden. Voraussetzung ist ein schlüssiges Konzept, das in die Umgebung passt.