Marktplatz an der Pauluskirche 70 Tage jährlich Sperrgebiet
Hamm-Mitte - Es gibt immer einen guten Grund für die Stadt, den Marktplatz für den Verkehr zu sperren: Bei Firmenlauf und Popkonzert, Kirmes und Weihnachtsmarkt müssen Busfahrgäste, Auto- und Radfahrer Umleitungen in Kauf nehmen. Das gilt mittlerweile an fast 20 Prozent aller Tage des Jahres.
In der vergangenen Woche war der Platz sogar an drei veranstaltungsfreien Tagen dicht. Der Marktplatz ist seit einigen Jahren bevorzugter Standort für die Aktivitäten des Stadtmarketings. Und dafür wird meist so viel Fläche beansprucht, dass die Fahrbahn und der Radweg auf der südlichen Platzseite geschlossen werden müssen.
Veranstaltungsreigen des Stadtmarketings
Der Reigen der Veranstaltungen umfasst „Hammer Summer“, „Hammer Bierbörse“, „Hamm kulinarisch“, „Hamm karibisch“, AOK-Firmenlauf, Stunikenmarkt und Weihnachtsmarkt. Auch für Tagesveranstaltungen wie eine Sportabzeichen-Tour war der Markt in diesem Jahr für Busse gesperrt.
70 Tage im Jahr Vollsperrung
Insgesamt, so ein Stadtsprecher, komme man auf 70 Tage im Jahr, an denen der Marktplatz für den Verkehr gesperrt ist – immerhin 19 Prozent aller Tage.
Doch eine Alternative sehe die Stadt nicht: Den Veranstaltungsaufbau so zu gestalten, dass Platz für den Busverkehr bliebe, würde zu Konflikten mit dem Wochenenmarkt führen, sagte ein Stadtsprecher.
Der müsste dann öfter als bisher auf den ungeliebten Santa-Monica-Platz ausweichen. Bisher sei es üblich, den Wochenmarkt nur für die wichtigsten Veranstaltungen zu verlegen.
Busse fahren an den Sperrtagen eine Umleitung über die unübersichtliche Königstraße, Fahrgäste steigen an einer Behelfshaltestelle am Cineplex-Kino ein und aus; die eigens barrierefrei ausgebaute Station „Alte Synagoge/Markt“ bleibt währenddessen ungenutzt.
Die Stadtwerke, so der Stadtsprecher, hätten keine Bedenken gegen die häufigen Umleitungen; zudem gebe es kaum Beschwerden von Fahrgästen.
Probleme für Radfahrer
Probleme bereitet die Sperrung auch für Radfahrer, die nicht auf die enge und stark befahrene Königstraße ausweichen wollen. Eine Umleitung könne die Stadt hier nicht nennen, sagte der Sprecher.
In einem Punkt will man bei der Stadt nachdenken: In der vergangenen Woche war der Marktplatz nach dem Ende von „Hamm kulinarisch“ am Sonntag bis zum AOK-Firmenlauf am Donnerstag gesperrt.
Obwohl von Montag bis Mittwoch gar keine Veranstaltungen stattfanden, blieben die Absperrungen einfach stehen. „Praktische Gründe“, machte der Sprecher dafür verantwortlich. Man wolle aber überlegen, ob dies notwendig sei. Die nächste Sperrung kommt übrigens mit dem Stuniken-Markt Mitte September.