Herlitz-Gebäude könnte in Frage kommen

Kommt der Mode-Discounter Primark tatsächlich nach Hamm?

Für die Ansiedlung des Mode-Discounters „Primark“ schlägt Kadir Kansu, Immobilienbesitzer an der Bahnhofstraße, das Gebäude des Einrichtungshauses Herlitz vor.
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Für die Ansiedlung des Mode-Discounters „Primark“ schlägt Kadir Kansu, Immobilienbesitzer an der Bahnhofstraße, das Gebäude des Einrichtungshauses Herlitz vor.

Hamm - Der Name „Primark“ steht auf vielen Wunschzetteln in Hamm. Bereits zu Zeiten, als noch heftigst auf das Ritter-Carrée gehofft wurde, schwebte immer wieder unsichtbar der Schriftzug des irischen Textil-Discounters über der Innenstadt.

Für Kadir Kansu, Immobilienbesitzer und Vermieter an der Bahnhofstraße, ist das keine Illusion. „An der Bahnhofstraße würde ein Primark die Situation komplett verändern“, sagt er. Eine Immobilie für die Ansiedlung hat er auch schon ins Auge gefasst: das Herlitz-Gebäude.

Bahnhofstraße benötigt Frequenz 

Dortmund hat einen „Primark“, Münster bekommt einen. Schulklassen, die aus anderen Städten zu dem Billiganbieter pilgern: Das bringt Frequenz auch für andere. Und die benötigt die Bahnhofstraße dringend. „Warum sollte man nicht einen Vorstoß wagen“, sagt Kansu, der in diesem Bereich der Innenstadt bereits mit einem Projekt für freies W-Lan erfolgreich war. 

Herlitz-Geschäftsführer Thomas Schätzer ist keinesfalls überrascht oder gar empört von der Idee Kansus. Im Gegenteil: Für ihn ist in der Immobilie des Einrichtungshauses mit weit über 100-jähriger Tradition vieles möglich. „Die Dinge verändern sich“, sagt er. „Wir haben aktuell zwar keine Pläne aufzuhören, aber auch wir sind auf Umsätze angewiesen. Es gibt mir zu denken, wenn sich mehr und mehr Anbieter hochwertiger Waren in der Innenstadt zurückziehen.“

„Bahnhofstraße ist 1-C-Lage“ 

Hamm sieht Schätzer als Standort, der für die City eher Konzepte im Niedrigpreis-Segment benötige. Die Bahnhofstraße bewertet er momentan mehr als 1-C- denn als 1-B-Lage. Auf Dauer stelle sich die Frage, ob dieser Teil der Innenstadt überhaupt noch Einzelhandelsstandort bleibe und wie viel Einzelhandelsfläche man benötige. 

Der drastische Rückgang der Mieten in der Weststraße spreche eine deutliche Sprache: von einst 140 D-Mark (70 Euro) auf jetzt 15 Euro pro Quadratmeter. „Filialisten üben keine Nachfrage in der Weststraße aus“, sagt Schätzer. „Sie orientieren sich zum Allee-Center.“ 

Kadir Kansu ist davon überzeugt, dass sich mit einem „Primark“ – oder mit der Magnetwirkung eines anderen großen Namens – einiges umkehren lässt, gerade in der Bahnhofstraße. „Das würde andere Mieter nach sich ziehen“, glaubt er. 

2.500 Quadratmeter stehen in dem Herlitz-Gebäude zur Verfügung. Ein Großteil der Fläche sei aktuell nur „zweitklassig bespielt“, sagt der Geschäftsführer. Heißt: Die erste, zweite und dritte Etage stehen so gut wie leer. Vermietungsversuche und Interessenten gab es mit der benachbarten Hochschule und auch der Lebenshilfe schon. Letztlich blieb es beim Status Quo. 

Auch ein Hotel war im Gespräch

Und dieser zwingt Schätzer zwar nicht zu überstürztem Handeln, stimmt ihn aber auch nicht glücklich. Auch ein zusätzliches Hotel sei im Gespräch gewesen, sagt er. Aktuell gebe es aber „keine zehn Firmen, die hier angeklopft haben“. Er stehe in Kontakt mit der Wirtschaftsförderung und der Stadt, die beide um die Situation wüssten. 

„Ich bin zu allen Seiten offen“, sagt Schätzer. Ausschließen wolle er nichts, was zur Belebung der Immobilie und der Innenstadt beitrage. Weder ein Hotel, noch einen „Primark“ oder einen anderen Namen.

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