Alte und aktuelle Fotos plus Video im Artikel

Hammer Kultkneipe "Kipp'n Inn" reif für den Container

Die Inneneinrichtung der ehemaligen Gaststätte „Kipp´n in“ wandert in den Container.
+
Die Inneneinrichtung der ehemaligen Gaststätte „Kipp´n in“ wandert in den Container.

Hamm - Jahrzehntelange Kneipenkultur: Jetzt ist sie reif für den Container. Im ehemaligen „Kipp’n in“ an der Bahnhofstraße 29 herrscht Abbruchstimmung.

Zum 1. September wird die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Eigentümerin des Gebäudekomplexes, zu dem auch die ehemalige „VIP Shisha Lounge“ um die Ecke zählt. Der Bereich wird überplant und soll über die Neue Bahnhofstraße hinweg die Brücke zwischen Museumsquartier und Kleistforum schlagen.

Im Auftrag der bisherigen Eigentümer entsorgt ein Unternehmen das, was von der Inneneinrichtung übrig geblieben ist. Dicke Holzbalken, die einst den Charme der urigen Kneipe ausmachten, stapeln sich, Türen und Thekenteile wandern auf den Schrott. Auch in der Shisha-Lounge ist eine Firma damit beschäftigt, die erst in diesem Jahr eingebaute Inneneinrichtung in containertaugliche Einzelteile zu zerlegen.

Alte und aktuelle Fotos... Erinnerungen inklusive:

Wie SEG-Geschäftsführer Martin Zerle auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, werde die SEG nach dem Eigentumsübergang und der Sichtung der Substanz den Abriss ausschreiben. Ziel sei es, diesen noch in diesem Jahr abzuwickeln.

Durch den Erwerb von Altimmobilie und Grundstück hat die Stadt die Voraussetzung geschaffen, den Block von der Bahnhofstraße zur Neuen Bahnhofstraße durch eine neue Bebauung zu schließen. Im Städtebaulichen Rahmenplan ist dies entsprechend skizziert.

Hier klicken für weitere Berichte zum Thema

Momentan laufen Verhandlungen mit einem weiteren Grundstückseigentümer für die Fläche an der Neuen Bahnhofstraße, auf der aktuell eine Falafel-Bude steht. Sie befindet sich (noch) nicht im Eigentum der SEG und erst mit ihrem Erwerb hätte die Stadt die Möglichkeit, wie im Rahmenplan angeregt, den Baukörper ums Eck zur Neuen Bahnhofstraße weiterzuführen.

Dass hier einmal der Riegel auf dem heutigen Hinterhof und Parkplatz komplett geschlossen wird, ist aber eher

So kannte man das Kipp'n Inn.

unwahrscheinlich. Zwar gibt das Planungsrecht dies her, doch bei einer vier- bis fünfgeschossigen Bauweise würde sich beispielsweise der Lichteinfall zu den Gebäuden an der Bahnhofstraße stark verändern.

Mit dem neuen Gebäudekomplex, der unter anderem Raum für studentisches Wohnen schaffen soll, verfolgt die Stadt auch sozialpolitische Ziele: Durch die veränderte Struktur sollen aus diesem Bereich Kleinkriminalität und Drogenhandel verdrängt werden.

In nichtöffentlicher Sitzung hatte die Gesellschafterversammlung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) im Mai dem Ankauf des Ensembles zugestimmt. Kostenpunkt: knapp 700.000 Euro. Insgesamt 100.000 Euro davon sind für den Abriss kalkuliert.

Kurios ist das kurze Zwischenspiel der Shisha-Lounge: Nach monatelangem Umbau hinter schwarzer Fassade öffnete der Betrieb im Januar, hatte aber ohnehin nur einen bis Ende Mai gültigen Pachtvertrag. Die Inhaberin hatte damals von einer Investitionssumme von 50.000 Euro gesprochen. Große Teile davon landen nun im Container der Abbruchfirma.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare