Freundlich und zielorientiert

Neue Sozialarbeiter für mehr Sicherheit am Bahnhof

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Vorstellung der aufsuchenden Sozialarbeiter am Bahnhof (von links): Frank Faesing (Stadt), Christoph Straub (Diakonie), Michael Stephan (Outlaw), Ulrich Brauckmann, Ralf-Dieter Lenz (SPD), Christian Hollberg, Oskar Burkert (CDU) und Theo Hesse (Fachbereichsleiter Soziales).

Hamm - Mit Christian Hollberg und Ulrich Brauckmann sind ab sofort zwei aufsuchende Sozialarbeiter mit zusammen 1,5 Stellen rund um den Bahnhof tätig. Beide bringen aus ihren bisherigen Tätigkeiten einen reichen Erfahrungsschatz mit.

Gemeinsam mit der Diakonie Ruhr-Hellweg und der Outlaw gGmbH ist die Stadt damit den nächsten Schritt zur Umsetzung des Präventionskonzeptes für ein sicheres Bahnhofsumfeld gegangen. Um direkt vor Ort zu sein, sollen die beiden neuen Kräfte in absehbarer Zeit ein gemeinsames Büro in Bahnhofsnähe beziehen.

Hollberg und Brauckmann, die bei Outlaw beziehungsweise der Diakonie angedockt sind, werden mit ihrer Arbeit sozial die Maßnahmen flankieren, die ordnungsbehördlich durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst rund um den Bahnhof bereits greifen. Eine Zielgruppe werden Wohnungslose und Menschen in schwierigen Lebenssituationen – zum Beispiel durch Suchterkrankungen – sein, die sich am Bahnhof aufhalten. Ein Ziel ist es, diese Menschen zu den etablierten Angeboten in der Stadt zu vermitteln. Nicht nur für ihre Zielgruppen werden beide Ansprechpartner sein, sondern darüber hinaus auch für die Bürger.

Beide arbeiten nicht autark, sondern sind Teil des großen Netzwerks mit Sozialverwaltung, Trägern, Bahn, Polizei, Bundespolizei, KOD und Einzelhändlern, das zusammen für ein sicheres und sauberes Bahnhofsumfeld eintritt. Sämtliche Erkenntnisse aus der gemeinsamen Arbeit werden in der Stabsstelle Soziale Planung im Rathaus gesammelt und ausgewertet.

Ziel ist zunächst freundliche Ansprache

Hollberg und Brauckmann werden verschiedenen Fragestellungen nachgehen: Wie nutzen Menschen den Bahnhofsvorplatz? Gibt es Bedarf für Hilfeleistungen? Wo gibt es Hemmschwellen, diese anzunehmen? Gibt es auffälliges Verhalten am und im Bahnhof?

Ziel sei zunächst eine freundliche Ansprache, sagt der Fachbereichsleiter Soziales, Theo Hesse, bei der Vorstellung der neuen Mitarbeiter. „Grundsätzlich ist das ein Platz, wo sich jeder aufhalten darf. Aber es gelten Regeln für die Gemeinschaft. Durch das Gespräch und Angebote zur Hilfe wollen wir gegebenenfalls eine Verhaltensänderung bewirken“, so Hesse. „Aber es gibt auch Grenzen, bei denen dann andere Akteure aus dem Netzwerk eingreifen. Zum Beispiel bei aggressivem Verhalten.

Ganz wichtig: Sanktioniert wird nicht die Person, sondern ihr Verhalten.“ Oskar Burkert (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration, betonte, das Maßnahmenpaket rund um den Bahnhof sei eine Arbeit und Investition, die sich lohne. Sein Stellvertreter Ralf-Dieter Lenz (SPD) stellte den Modellcharakter des Präventionskonzepts heraus. „Damit sind wir in Deutschland ganz weit vorne“, sagte er.

Die Maßnahme ist zunächst bis zum 31. Dezember 2019 angelegt. Danach könnte sie – den Bedarf vorausgesetzt – unbefristet weitergeführt werden. Die städtischen Eigenmittel dafür sind 2018 mit rund 86 000 Euro, und 2019 mit 115.000 Euro kalkuliert.

Das sind die Neuen:

Christian Hollberg lebt in Dortmund. Er bringt Erfahrung aus der Arbeit mit männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit. Bei der Aidshilfe Essen war er tätig in der Prävention und der Arbeit mit männlichen Prostituierten. Er bekleidet in Hamm eine volle Stelle.

Ulrich Brauckmann lebt in Menden. Er war unter anderem tätig in der Wohnungslosenhilfe, Erziehungshilfe und Schuldnerberatung. Brauckmann hat eine halbe Stelle.

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