Kein Tabledance oder Bordell an der Wilhelmstraße
Hamm - Im ehemaligen ADAC-Gebäude an der Wilhelmstraße 50/Ecke Vinzenzstraße wird kein Tabledance-Club oder Bordell-Betrieb entstehen. Das machte Stadtsprecher Tom Herberg jetzt unmissverständlich auf Anfrage unserer Zeitung klar.
„Die Stadt wird dies mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern“, so Herberg. Seit dem Frühjahr kursieren Vermutungen im Quartier, hinter den abgeklebten Scheiben habe bereits ein Betrieb aus dem Rotlicht-Milieu Einzug gehalten.
Schon im Frühjahr fanden Renovierungsarbeiten im Innenbereich statt. Das sei soweit unproblematisch, sagte der Stadtsprecher. Nun laufe das offizielle Baugenehmigungsverfahren. Die Anfrage für die spätere Nutzung der Räume sei für ein „Musikbistro“ gestellt worden. Theoretisch sei dies möglich, allerdings seien die Angaben des Antragstellers bisher zu vage.
Im Klartext: Die Stadt fordert eine deutlich klarere Beschreibung des geplanten Betriebs, zum Beispiel auch, was die Art des Gewerbes und die Öffnungszeiten angeht. „Darüber hinaus werden wir natürlich überprüfen, ob Voraussetzungen wie der Schallschutz gewährleistet sind“, so Herberg.
Abrutschen der Wilhelmstraße verhindern
Hintergrund: Die Stadt will mit allen Mitteln das weitere Abrutschen der Wilhelmstraße verhindern. Sie ist die zentrale Achse im Stadtentwicklungskonzept für den Hammer Westen. Mit Bebauungsplanänderungen hat die Stadt die rechtliche Basis geschaffen, um weitere Vergnügungsstätten oder auch Erotikfachmärkte hier außen vor zu halten.
Die Änderung des Bebauungsplans für den betroffenen Bereich wurde bereits 2012 beschlossen. Aktuell liegt der geänderte Bebauungsplan für das Dreieck zwischen Wilhelmstraße, Viktoria- und Marienstraße im Technischen Rathaus zur Einsicht und Stellungnahme aus. Damit ist der komplette Bereich von der Bahnunterführung bis zur Höhe Königgrätzer Straße abgedeckt.
Weitere Baustelle stillgelegt
Vorläufig stillgelegt hat die Stadt Hamm eine andere Baustelle: Zwar hängt draußen schon die Leuchtreklame mit dem Namen „Unikat“, doch drinnen geht es im Moment nicht weiter in den Räumen der ehemaligen Videothek „Sendi’s“ an der Heinrich-Reinköster-Straße.
Die Arbeiten an dem neuen Lounge-Betrieb gegenüber dem neuen Kultur-Pavillon seien ohne Genehmigung begonnen worden, begründete Herberg die Stilllegung. Inzwischen seien aber Pläne eingereicht worden. Auch hier laufe das Baugenehmigungsverfahren. Damit entscheide sich, ob grünes Licht für den Betrieb gegeben werde oder nicht.