In Hamm gibt es immer mehr Wohnungslose

Thomas Velmerig (Katholischer Sozialdienst, von links), Dieter Wahl (Perthes-Stiftung), Martina Frie (Wohnhaus Bodelschwingh) und Josch Krause (Arbeitskreis Jugendhilfe) stellten die Stichtagserhebung der Wohnungslosenhilfe vor.
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Thomas Velmerig (Katholischer Sozialdienst, von links), Dieter Wahl (Perthes-Stiftung), Martina Frie (Wohnhaus Bodelschwingh) und Josch Krause (Arbeitskreis Jugendhilfe) stellten die Stichtagserhebung der Wohnungslosenhilfe vor.

Hamm - Immer mehr Menschen in Hamm haben keine eigene Wohnung. Wie die freien Träger der Wohnungslosenhilfe bei der Vorstellung einer Stichtagserhebung erklärten, waren am 30. Juni dieses Jahres 324 Menschen wohnungslos und damit 15 mehr als noch vor einem Jahr.

Den hauptsächlichen Grund sehen die Einrichtungen im Immobilienmarkt. „Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum in Hamm“, sagte Josch Krause vom Arbeitskreis für Jugendhilfe.

Günstige Wohnungen im untersten Preissegment seien nur sehr schwierig zu bekommen, erklärte Krause und nannte unter

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anderem den stagnierenden Wohnungsbau, eine verstärkte Konkurrenz durch Studenten und die Höhe der Mietpreisobergrenze für Sozialhilfeempfänger als Hauptgründe. Sehr individuell seien hingegen die Gründe, warum jemand ohne eigene Wohnung lebt. Bei Jüngeren sei es häufig so, dass sie aus dem Elternhaus „herausgeschmissen“ würden, bei vielen Älteren sei es oft so, dass sie ihre Wohnung verloren haben, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnten.

Nicht jeder Wohnungslose ist obdachlos

Nicht jeder Wohnungslose sei aber auch obdachlos, erklärte Dieter Wahl von der Sozialberatungsstelle der Perthes-Stiftung. Manch einer komme bei Bekannten und Freunden unter, andere erhalten einen Platz in einem Wohnheim oder einer Notunterkunft. Dennoch würden sich die Fälle von Menschen auch in Hamm häufen, die nichts von all dem haben und in Foyers von Banken oder Hauseingängen schlafen.

Viele Wohnungslose jünger als 25

Auffällig: Inzwischen sind 37 Prozent der Wohnungslosen unter 25 Jahre alt. Der Jüngste sei gerade einmal 15 Jahre alt, erklärte Thomas Velmerig vom Katholischen Sozialdienst. Während die Wohnungslosigkeit bei Älteren teilweise über Jahre anhält, gehe es bei den Jugendlichen oft um Monate. „Unterstützungsmöglichkeiten gibt es genug in Hamm. Was wir tun können, ist reden. Aber ohne, dass wir eine Wohnung vermitteln können, können auch wir nicht viel machen“, sagte Velmerig mit Blick auf die fehlenden Wohnungen im untersten Preissegment.

85 Prozent der Wohnungslosen Männer

Übrigens: 85 Prozent der Wohnungslosen in Hamm sind Männer. Der einfache Grund: „Frauen nehmen oft viel früher Hilfe in Anspruch“, erklärte Josch Krause. Außerdem sei nicht jeder Wohnungslose auch drogen- oder alkoholabhängig, betonte er.

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