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Abflug ins nächste große Abenteuer! Mehr als anderthalb Jahre später als geplant werden die Giant Rooks am 15. November in den USA landen, um dort auf eine ausgedehnte Tournee zu gehen. Das ist natürlich zuerst internationalen Ambitionen geschuldet, doch gleichzeitig sind die fünf Musiker damit auch die derzeit coolsten Botschafter ihrer Heimatstadt Hamm.
Hamm/Berlin - 24 Konzerte werden die Giant Rooks zwischen dem 18. November und dem 19. Dezember in den USA und in Kanada für die deutsche Erfolgsband „Milky Chance“ eröffnen. Bis zu 4000 Pop- und Rockfans werden jeweils dabei sein. In die Hosen machen werden sich die Hammer Jungs allerdings kaum, denn diese Größenordnung kennen sie längst von ihren eigenen Konzerten in Deutschland. Im Gegenteil: Mit der erfrischenden Coolness, die sie sich trotz der vielen Auftritte in den ersten Jahren erhalten haben, werden sie vermutlich auch die Herzen der Amis schnell erobern.
Eigentlich war der ambitionierte Trip in die Staaten schon für Frühjahr 2020 geplant, doch Corona verhinderte das damals und ließ auch die Giant Rooks - im Spätsommer 2018 von Hamm nach Berlin gezogen - monatelang viel kleinere Brötchen backen als geplant. Doch jetzt sind die Visa im Gepäck, die Flüge gebucht, und die Vorfreude ist riesig.
Den Fragen von WA.de dazu und zu vielen anderen Dingen stellten sich alle fünf Musiker:
Wie groß ist die Vorfreude auf einer Skala von 1 bis 10? Und warum?
Finn Thomas (Schlagzeuger): Auf jeden Fall 10/10! In den USA und Kanada zu touren ist etwas, wovon wir schon immer geträumt haben. Dass es jetzt wirklich Realität geworden ist, können wir auch selbst noch gar nicht so richtig glauben. Aber die Vorfreude ist auf jeden Fall riesig, nicht zuletzt weil die Tour wegen Corona schon einige Male verschoben werden musste.
Wie werdet ihr den USA unterwegs sein: mit Bussen oder im Flugzeug?
Finn Thomas: In den USA selbst werden wir alle Strecken mit dem Bus fahren. Aber die Distanzen dort sind wahnsinnig groß. Deshalb werden wir wahrscheinlich die ganze Zeit durch fahren müssen, um es am nächsten Tag rechtzeitig zur Show zu schaffen. Wir hoffen aber natürlich, dass wir dabei zumindest ein paar Eindrücke von den Landschaften mitnehmen können und die Fahrten sich so nicht ganz so lang ziehen.
Kennt ihr die Jungs von Milky Chance persönlich? Wenn ja: Bei welchen Gelegenheiten hattet ihr miteinander zu tun?
Finn Schwieters (Gitarrist): Wir haben uns zum ersten Mal auf dem Traumzeit-Festival in Duisburg getroffen und uns kennengelernt. Seitdem sind wir befreundet, treffen uns gelegentlich bei verschiedenen Konzerten und Festivals und sind auch so im regelmäßigen Austausch. Manchmal spielen wir in Berlin zusammen Fußball.
Sind auch eigene kleinere Gigs geplant, oder ist ausschließlich der Milky-Chance-Support angesagt?
Luca Göttner (Bassist): Die Tour ist leider sehr eng getaktet, und selbst wenn wir mal einen Off-Day zwischendurch haben, müssen wir den in der Regel zum Fahren nutzen. Wir planen aber auf jeden Fall, im nächsten Jahr nochmal wiederzukommen und eine eigene Tour in den USA zu spielen.
Milky Chance in USA erfolgreich
Milky Chance ist eine vierköpfige deutsche „Folktronica“-Band. Sie wurde 2012 von Clemens Rehbein und Philipp Dausch in Kassel gegründet. Wie die Giant Rooks leben die Bandmitglieder in Berlin. Schon für das Debütalbum „Sadnecessary“ und die daraus erfolgte Singleauskopplung „Stolen Dance“ wurde die Band mehrfach mit Gold und Platin ausgezeichnet.
Die Giant Rooks werden in den USA im Fahrwasser von Milky Chance schwimmen können, denn diese haben doch schon seit 2014 Erfolg: Das Debütalbum erreichte in den Billboard-Charts auf Anhieb Platz 17. Mehrfach spielten und tourten sie seitdem mit zunehmendem Erfolg auch in den Staaten, selbst in den Shows der bekannten Late-Night-Talker Jimmy Kimmel und James Corden waren sie bereits zu Gast. (Quelle: Wikipedia)
Wie viel Zeit habt ihr als Vorband von Milky Chance?
Frederik Rabe (Sänger): Als Support werden wir wie üblich ein etwas kürzeres Set von 30 bis 40 Minuten pro Abend spielen.
Habt ihr für die Tour regelmäßig geprobt, oder genügt die Routine der eigenen Gigs in den vergangenen Monaten?
Fred Rabe: Es hilft auf jeden Fall, dass wir im vergangenen im Sommer einige Open-Air-Shows spielen konnten und so nach der längeren Pause wieder etwas Routine ins Livespielen bekommen haben. Vor allem bei den neueren Songs vom Album. Wir proben aber trotzdem noch gezielt für die USA-Tour, weil wir die Songs einfach bestmöglich vorbereiten und vielleicht noch kleine Details verändern wollen.
Wie groß werden die Hallen sein?
Fred Rabe: Die Kapazität liegt bei allen Daten irgendwo zwischen 1000 und 4000 Leuten.
Gibt es in den USA ähnliche Corona-Vorgaben für Besucher wie hier?
Jonathan Wischniowski (Keyboarder): Ja, alle Shows werden unter 2G- oder 3G-Auflagen stattfinden. Also im Prinzip ähnlich wie in Deutschland.
Ihr habt zuletzt einige Fotos aus London gepostet, ohne Näheres zu verraten – was habt ihr dort gemacht?
Fred Rabe: Wir waren in erster Linie viel im Studio und haben an neuer Musik geschrieben und aufgenommen. Da ist London ein guter Standort, weil es wahnsinnig viele gute Studios und interessante Leute wie zum Beispiel Produzenten gibt, mit denen wir uns unverbindlich getroffen haben. Außerdem bietet die Stadt natürlich ein sehr inspirierendes Umfeld zum Schreiben außerhalb der eigenen vier Wände.
Wann dürfen sich die Fans auf neue Musik freuen – noch vor dem Tourstart im Frühjahr?
Fred Rabe: Wir sind seit eineinhalb Jahren im Prinzip konstant am Schreiben neuer Songs und haben auch schon sehr viele neue Songs und Ansätze, die aber alle ganz unterschiedlich weit sind. Durch Corona und das Wegfallen unserer Konzerte hatten wir auf einmal viel Zeit, die wir ins Schreiben stecken konnten. Ein genaues Datum für eine Veröffentlichung können wir noch nicht nennen. Aber wir haben richtig Bock, neue Songs zu präsentieren und hoffen, dass es schon bald neue Musik von uns zu hören gibt.
Tour-Blog auf WA.de
Auch wenn die Band im November und Dezember weit weg ist, können Sie ganz nah dran sein: Regelmäßig wird Drummer Finn Thomas während der Tour für einen Blog im WA und auf WA.de von Ereignissen und Erlebnissen rund um die Auftritte berichten. Thomas ist durchaus geübt im Schreiben: Eine Zeitlang hat er als freier Mitarbeiter für den WA gearbeitet.
Wie bewertet ihr die von unterschiedlichsten Corona-Regeln geprägten Auftritte 2021 im Rückspiegel? Was war besonders toll, was aber weniger?
Finn Schwieters: Erstmal war es natürlich superschön, dass wir überhaupt endlich mal wieder Konzerte spielen und auf der Bühne stehen konnten. Das hat uns schon gefehlt während Corona, auch weil wir unsere Crew-Leute, mit denen wir alle befreundet sind, endlich mal wieder sehen konnten. Und auch den Menschen auf den Konzerten hat man angesehen, wie gut es vielen getan hat, mal wieder ein Live-Konzert zu erleben.
Trotzdem ist ein „richtiges“ Club-Konzert – mit allem, was dazu gehört – schon nochmal eine andere Erfahrung, als wenn man Leute mit Abstand auf Picknickdecken vor sich hat. Auf Dauer lässt sich das Gefühl nicht richtig ersetzen.
Wie oft seid ihr in eurer alten Heimat Hamm? Und was macht ihr dort dann vornehmlich?
Finn Thomas: Wir sind alle noch relativ regelmäßig in Hamm, um unsere Eltern, Familie oder Freunde zu besuchen. Viele Leute von früher, zu denen wir noch Kontakt haben, sind noch in Hamm oder Umgebung und es ist auch im Kontrast zu Berlin schön, mal ab und zu wieder die vertrauten Gesichter und Umgebungen zu sehen.
Die Tour endet am 19. Dezember – werdet ihr Weihnachten bei euren Familien in Hamm verbringen?
Luca Göttner: Ja, Weihnachten werden wir alle entspannt in der Heimat bei der Familie verbringen. Das tut nach knapp sechs Wochen Tourstress in den USA auch gut, um ein bisschen runterzukommen und alles in Ruhe Revue passieren zu lassen. Im nächsten Jahr können wir dann hoffentlich mit aufgeladenen Akkus wieder voll angreifen.
In keiner anderen Stadt haben die Giant Rooks zwischen 2014 und 2019 öfter live gespielt als in Hamm:
21. April 2014: Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Festival „Rock gegen Rechts“
12. September 2014: Kulturrevier Radbod, Tag der offenen Tür/Sommerfest
7. Februar 2015: Maxipark, Werkstatthalle (Support von „Bubasack“)
2. August 2015: Maxipark, Nabu-Jubiläumsfest
11. September 2015: Jugendzentrum Kubus (Festival)
18. September 2015: Hoppegarden
24. Juni 2017: Kreativquartier Heinrich Robert (im Rahmen der „Extraschicht“)
25. Februar 2017: Maxipark, Werkstatthalle
9. März 2019: Maxipark, Festhalle
Auch wenn alle fünf Musiker zu ihren Wurzeln stehen und ihre Kontakte intensiv pflegen, haben sich die Perspektiven inzwischen logischerweise verschoben. Das nächste Hamm-nahe Konzert steht am 12. April 2022 in Dortmund an: In der Warsteiner Music Hall werden dann (hoffentlich) 3600 Fans sein. Es ist seit mehr zwei Jahren ausverkauft, wurde aber wegen Corona mehrfach verschoben.
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