Grundstück an der Bundesstraße 63 im Visier
Frischeservice Manss will in Rhynern neu bauen
Im Gewerbepark Rhynern soll eine große Fläche bebaut werden. Interessiert ist ein alt eingesessenes Hammer Unternehmen.
Rhynern – Für das letzte freie Grundstück im südlichen Bereich des Gewerbeparks Rhynern wird das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes wieder aufgerollt. Das Hammer Frischeservice-Unternehmen Manss vom Gallberger Weg in Hamm hat die Absicht, auf dem Grundstück an der B 63 gegenüber der Aral-Tankstelle einen neuen Firmensitz zu errichten. Dabei haben die Obst- und Gemüse-Spezialisten einen prominenten Fürsprecher. „Wir unterstützen als Stadt die Umsiedlung“, erklärte Oberbürgermeister Marc Herter.
Er will unbedingt verhindert, dass Manss mit seinen weit über 400 Mitarbeitern der Stadt Hamm den Rücken kehrt. Der Betrieb platzt am Standort aus allen Nähten, will und muss sich verändern und vergrößern. „Dabei wollen wir als uraltes Hammenser Unternehmen gerne in der Stadt bleiben“, sagt Geschäftsführer Frank Blume. Alternativ müsse nach Standorten in Nachbarstädten gesucht werden. „Die hohe Arbeitnehmer- und Auszubildendenzahl mit Tarifbezahlung sind wichtig für die Stadt“, so Herter, der auf die Produktivität von Manss verweist. „Es ist kein Logistiker.“
Bürger waren einst gegen die Bebauung des Grundstücks
Das 9,5 Hektar große Grundstück am Oberallener Weg hatten in den vergangenen Jahren aufgrund der verkehrlich günstigen Lage schon etliche Betriebe im Auge. Daher war bereits Mitte des vorherigen Jahrzehnts das Bebauungsplanverfahren auf dem Weg gebracht worden. Dies stieß unter anderem in einer Bürgerversammlung 2016 auf eine Menge Widerstand. Nachdem auch der Landesbetrieb Straßen-NRW aufgrund der Überlastung der B 63 sein Veto eingelegt hatte, wurde das Verfahren 2017 zunächst eingestellt.
Nun aber gebe es aufgrund der konkreten Nachfrage der Firma Manss andere Voraussetzungen, erklärte Herter. Denn Manss locke keinen zusätzlichen Verkehr nach Hamm und speziell Rhynern. „Der ist bereits da“, so Herter. Er rolle täglich vom Gallberger Weg durch Hamm über die B63 bis zur Autobahnanschlussstelle. Demnächst würden die Lkw nur noch das kurze Stück südlich der Autobahn, abseits der Wohnbebauung Rhynerns, bis zur Autobahn nutzen. „Der Großteil der Fahrzeuge ist zudem in den sehr frühen Morgenstunden bis 6 Uhr unterwegs, sodass keine zusätzliche Belastung des Knotenpunktes Werler Straße und Autobahn zu erwarten sind“, führt Herter aus.
A2-Anschlussstelle wird ertüchtigt
Dies sei Straßen-NRW bereits vorgelegt worden. Vom Landesbetrieb gab es daraufhin keine Bedenken für die Manss-Ansiedlung nahe der B63. „Straßen-NRW wird in diesem Zuge den Bereich der Anschlussstellen ertüchtigen“, so Baudezernent Andreas Mentz.
Das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes soll mit der Politik-Runde vor den Sommerferien wieder gestartet werden. Zum Verfahren wird im Laufe des Jahres auch eine Bürgerversammlung gehören. Dann werden weitere Details, zum Beispiel auch zur Größe des Bauvorhabens vorgestellt.
Nachnutzung des Betriebsgelände am Gallberger Weg
Parallel wird auch über die Nachnutzung des Manss-Grundstücks am Gallberger Weg (befindet sich im Firmeneigentum) nachgedacht. „Klar ist, dass dort kein Betrieb angesiedelt wird, der neue Verkehre durch Hamm zur Autobahn führt“, sagt Herter.