Gespendete Kleidung
Rätsel um wiederholtes Feuer in Altkleidercontainer
Bereits zum vierten Mal in diesem Monat zündeten Brandstifter Container in Bockum-Hövel an. Bitter: In zwei Fällen handelte es sich um Container mit gespendeter Kleidung.
Hamm - Nur einen Tag, nachdem zwei Altpapier-Container im Stadtbezirk in Brand gerieten, stand am Montag, 11. Januar, gegen 22.45 Uhr ein Altkleidercontainer vom Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb Hamm (ASH) an der Rautenstrauchstraße 58 in Flammen. Ein aufmerksamer Zeuge hatte den Brand bemerkt. Der Container wurde mittlerweile durch einen neuen ersetzt.
Nun wurde am vergangenen Samstag, 23. Januar, gegen 1.45 Uhr erneut ein Altkleidercontainer an der Stefanstraße, auf Höhe der Sophie-Scholl-Gesamtschule, in Brand gesetzt. Feuerwehrleute vom Einsatzbereich Bockum der Freiwilligen Feuerwehr konnten das Feuer zwar schnell löschen. Die Kleidung darin war jedoch nicht mehr zu retten. Kurios: Am Montagmittag waren schon neue Kleidungssäcke in dem Container zu finden. Offenbar ließen sich einige „überengagierte“ Spender auch von dem verkohlten und defekten Container nicht abhalten und legten ihre für den guten Zweck gedachte, gebrauchte Kleidung in dem Container ab. Problem: Durch die noch nicht ganz abgekühlte Asche wurden die Säcke zum Teil angekokelt, die Kleidungsstücke dürften unbrauchbar geworden sein.
Die beiden Altkleider-Container gehören dem ASH, die Kleidung wird unter anderem dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) weiter gegeben – eigentlich.
Brandstiftung kommt eher selten vor
Der Schaden der beiden abgebrannten Altkleidercontainer beläuft sich laut Joana Menzel vom ASH auf insgesamt 500 Euro für die beschädigten Container. Wie hoch der Schaden durch die abgebrannte Kleidung ist, sei nicht feststellbar, da die Spenden vor dem Brand nicht gesichtet worden seien. Besonders bitter seien diese Vorfälle natürlich für die Unterstützer der Altkleidersammlungen. „Wir haben insgesamt 200 Altkleidercontainer in Hamm. Vandalismus erleben wir manchmal, aber Brandstiftung kommt eigentlich selten vor“, sagt Menzel.
Ob die nunmehr vier Fälle von Container-Brandstiftung in Zusammenhang stehen, ist noch unklar. Offensichtlich sei das nicht, wie Polizei-Sprecherin Hannah Reineke sagt. „Aber wir schließen einen Zusammenhang nicht aus“.
Hinweise erbeten
In allen vier Fällen laufen die polizeilichen Ermittlungen noch. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 02381-9160 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de an die Polizei Hamm zu wenden.
Zur Erinnerung: Zuerst hatte es am Sonntag, 10. Januar, gegen 21.15 Uhr am Stephanusplatz gebrannt. An der Bockumer Kirche standen zwei 1000 Liter fassende Müllcontainer in vollem Ausmaß in Flammen, ehe die Freiwillige Feuerwehr Bockum die Sache in den Griff bekam. Am gleichen Tag nur 90 Minuten später geriet ein Papiercontainer am Lidl-Supermarkt im Rathauscenter in Brand. Hier waren Feuerwehrleute der Einsdatzbereiche Hövel und Bockum vor Ort. Nur einen Tag später folgte das erste Feuer in einem Altkleidercontainer.