Erster Hauptschulabschluss in Caritas-Jugendwerkstatt

Lucas Fischer (links) hat jetzt in der Caritas-Jugendwerkstatt seinen Hauptschulabschluss nachgeholt. Begleitet wurde er dabei unter anderem von Marco Schmelzer.  -  Foto: pr
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Lucas Fischer (links) hat jetzt in der Caritas-Jugendwerkstatt seinen Hauptschulabschluss nachgeholt. Begleitet wurde er dabei unter anderem von Marco Schmelzer. - Foto: pr

BOCKUM-HÖVEL - In der Caritas Jugendwerkstatt haben in diesem Jahr erstmals fünf Jugendliche die Prüfungen für den Hauptschulabschluss nach Klasse neun abgelegt. Neben intensiver schulischer Förderung sammelten die Jugendlichen in der Jugendwerkstatt Praxiserfahrungen in den Werkbereichen Holz und Hauswirtschaft.

In der Jugendwerkstatt des Caritasverbandes an der Oswaldstraße erhalten Schulverweigerer und Schulabbrecher eine neue Perspektive. Bis vor einem Jahr stand auch der 18-jährige Lucas Fischer aus Hamm ohne Abschlusszeugnis da. „Ich war vergangenes Jahr schon mal hier, habe aber leider abgebrochen. Diesen Fehler wollte ich wieder rückgängig machen. Ein Abschluss ist wichtig“, erklärt der 18-Jährige seine Motivation.

Seit Ende der Sommerferien 2012 hat er in der Jugendwerkstatt für die Abschlussprüfungen gelernt. „Schulische Förderung machen wir hier für alle Jugendlichen, die bei uns sind, um Lücken zu schließen. Für die Prüfungen haben wir die Jugendlichen zusätzlich vorbereitet“, erklärt Marco Schmelzer Leiter der Jugendwerkstatt. Diese Arbeit helfe den jungen Erwachsenen, einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden.

Einer Auswertung der Caritas zu Folge verlassen immer noch knapp sechs Prozent der Schulabgänger die Schule ohne Abschluss und damit ohne Perspektive auf eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle. Anders als in der Schule, hat Lucas Fischer es in der Jugendwerkstatt geschafft, sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Ich konnte offen und ehrlich über Probleme auch außerhalb der Förderung hier reden und habe gute Ratschläge bekommen“, erzählt er.

Unterstützt wurde das Team von der Jugendwerkstatt dabei von dem Stützlehrer Horst Streibhardt und Martina Klöcker von der Albert-Schweitzer-Schule. „Man braucht keine zu Angst haben, hier eine Frage zu stellen. Es ist ein ruhiges Lernen“, beschreibt Lucas Fischer die Atmosphäre in seiner Lerngruppe.

Die Prüfungen haben die Jugendlichen extern beim TÜV in Bergkamen abgelegt. Jetzt blickt er immer wieder stolz auf sein Abschlusszeugnis, als könnte er es selbst noch nicht richtig glauben, dass er es geschafft hat. „Lucas ist ein tolles Vorbild“, lobt Marco Schmelzer. Nach den Sommerferien geht Lucas Fischer zum Eduard-Spranger-Berufskolleg in den Bereich Holztechnik. Die Arbeit mit Holz habe ihm schon in der Jugendwerkstatt viel Spaß gemacht, sagt er.

Das Kurs- und Projektangebot der Jugendwerkstatt ist gemäß dem Landesjugendplan eine anerkannte und vom Land NRW und der Stadt Hamm (Kommunales JobCenter Jugend) geförderte Maßnahme der Jugendberufshilfe. - WA

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