Lippeaue
Erlebensraum: Jetzt geht es im Auenpark weiter - Bouldern, Eis und Veranstaltungsfläche
In der Lippeaue gehen die Arbeiten weiter. Bisher standen Hochwasser- und Naturschutz im Mittelpunkt. Jetzt geht es um Erlebnis und Freizeit. 2023 soll der Auenpark fertig sein.
Hamm - Mit drei neuen Maßnahmen wollen Stadt und Lippeverband den Ausbau des Erlebensraums Lippeaue fortsetzen: An der Münsterstraße soll mit dem Bau eines Auenparks begonnen werden. Dazu kommen neue Rad- und Fußwege sowie ein archäologischer Infopunkt an der Kornmersch. Außerdem setzt die Stadt große Hoffnungen auf das Lippeverbandsprogramm „Kris“, mit dem Folgen des Klimawandels gemildert werden sollen.
Oberbürgermeister Marc Herter, Umweltdezernent Volker Burgard und Lippverbands-Chef Prof. Dr. Uli Paetzel stellten die Projekte am Donnerstag der Öffentlichkeit vor. Für den Erlebensraum stehen hier 4,4 Millionen Euro bereit; insgesamt werden rund 40 Millionen Euro an der Lippe investiert. Beim Sonderprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (Kris) geht es um 250 Millionen Euro, von denen Hamm eine noch unbekannte Summe bekommen könnte.
Freizeit und Kultur zwischen Münsterstraße und Mattenbecke
Der Auenpark ist für Freizeit und Kultur vorgesehen, er entsteht zwischen Münsterstraße und Mattenbecke. Der Lippeverband habe seine Vorarbeiten dort weitgehend abgeschlossen, sagte Projektleiter Dirk Klingenberg. Unter anderem ist dort ein Plateau aufgeschüttet worden, das später für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Spundwände an der Kläranlage Mattenbecke sollen nun bis Ende 2022, die letzten Radwege bis Ende 2023 fertiggestellt sein.
Für die Ausgestaltung des Auenparks ist dann die Stadt zuständig. Und die hat hier einiges vor, wie Projektleiterin Silke Bielefeld sagte. Der Zugang von der Münsterstraße aus „werde eine Attraktion“ sein. Der Uferbereich solle seine natürliche Anmutung behalten, aber Aufenthaltsmöglichkeiten für Besucher bieten. Im Park sollen Veranstaltungen mit bis zu 400 Besuchern möglich sein. Dazu kommen Sportangebote wie „Bouldern“ (Klettern) und „Disc Golf“ (Frisbee-Werfen mit Körben). Eis, Kaffee und Limonade gibt es dann bei einer temporären Gastronomie.
Archäologischer Aussichtspunkt erinnert an Burg Nienbrügge
An die Gründungsphase der Stadt im 13. Jahrhundert soll ein Archäologischer Aussichtspunkt westlich der Bahnbrücken erinnern. An der Kornmersch plant die Stadt einen Erdhügel aufzuschütten, von dem aus der Blick auf das frühere Vorfeld der 1225 zerstörten Burg Nienbrügge fällt, einem Vorgänger des 1226 gegründeten Hamm. In die Gestaltung fließen Erkenntnisse des Ausgrabungsprojektes „Archäologie und Schule“ ein. Schüler hatten dort zusammen mit Archäologen die Reste eines Gehöftes aus dem 12. und 13. Jahrhundert ausgegraben.
Hamm von oben im Sommer 2021: Motive von WA-Fotograf Hans Blossey




Die Umgestaltung der Lippeaue mache sich bereits jetzt für den Hochwasserschutz bezahlt, sagte Umweltdezernent Burgard. Beim letzten Starkregen sei der Bereich wie geplant überflutet worden. Eine solche Klimaschutzanpassung sei notwendig, weil beim Klimaschutz selbst jahrelang zu wenig passiert sei.
Sonderprogramm für Hochwasserschutz
Um die Folgen des Klimawandels geht es beim Lippeverbandsprogramm „Kris“. Hierbei sollen Versickerungs- und Verdunstungsflächen im Stadtgebiet geschaffen werden, sagte Paetzel. Gedacht ist zum Beispiel an Mulden, in denen sich Wasser stauen kann, genauso wie an Dachbegrünungen. Die Fördermittel gebe es für die Städte, die sich zuerst mit guten Projekten melden.
