Ein erfolgreiches Mentorenprojekt

Das Mentorenprojekt in Bockum-Hövel kann Erfolge vorweisen. Über ein besonders erfreuliches Beispiel wurde jetzt bei einem Mentorentreffen berichtet. Michele (sitzende, Zweite von links) wurde von Waltraud und Karl-Heinz Breddermann unterstützt, so dass sie heute bei Nicole Potthoff (links) eine Lehre absolviert.
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Das Mentorenprojekt in Bockum-Hövel kann Erfolge vorweisen. Über ein besonders erfreuliches Beispiel wurde jetzt bei einem Mentorentreffen berichtet. Michele (sitzende, Zweite von links) wurde von Waltraud und Karl-Heinz Breddermann unterstützt, so dass sie heute bei Nicole Potthoff (links) eine Lehre absolviert.

Bockum-Hövel - Mehr als fünf Jahre ist es jetzt her, dass das Mentorenprojekt unter dem Motto „Gemeinsam stark für Jugendliche“ ins Leben gerufen wurde.

Die Paul-Dohrmann-Schule als Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen wollte damals neue Wege gehen, um ihren Abgangsschülern die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Gemeinsam mit der Caritas-Jugendwerkstatt und dem Schirmherrn, dem damaligen Bezirksvorsteher Günter Bachtrop, waren Frauen und Männer gesucht worden, die ehrenamtlich als Berater und Freund den jungen Menschen ein Stück ihres Weges von der Schule ins Berufsleben begleiten. Wie erfolgreich diese Bemühungen sein können, zeigt das Beispiel von Michele, die nicht nur von einem unsicheren Mädchen zu einer selbstbewussten Frau geworden ist, sondern die mittlerweile im dritten Lehrjahr bei der Bäckerei Potthoff vor dem Ausbildungsabschluss steht.

Als ehemalige Leiterin der Caritas-Jugendwerkstatt war Elisabeth Wulf der Motor des Mentorenprojektes. Ihre Aufgabe übernimmt jetzt Marco Schmelzer, der derzeit neun Mentoren begleitet. Gern dürfen sich noch mehr Freiwillige bei ihm in der Caritas-Jugendwerkstatt unter Telefon 7 06 48 melden. Denn auch Claudia Breer als Schulleiterin der Paul-Dohrmann-Schule ist davon überzeugt, dass das Beispiel „Michele“ kein Einzelfall bleiben muss, wenn die Schüler selbst wollen.

Und der Wille war bei Michele neben dem Glücksfall eines mehr als einfühlsamen und engagierten Mentors der Garant, dass die junge Frau heute auf einem guten Weg ist. Der Künstler Karl-Heinz Breddermann, der von Anfang an die Initiative des Mentorenprojektes für sinnvoll gehalten hat, ist Micheles Mentor. Aus wenigen Monaten, die er das Mädchen begleiten sollte, sind es nun sechs Jahre geworden. In dieser Zeit ist Michele nicht zuletzt auch durch das Bemühen von Waltraud Breddermann zu einem Familienmitglied geworden. Beide meinen, dass das Mädchen dank der engen Verbindung und vielen gemeinsamen Aktivitäten selbstsicher, kontaktfreudiger, mutiger, emotioneller und selbstbewusster geworden ist. Michele selbst war am Anfang skeptisch, sich jemanden anzuvertrauen, den man gar nicht kennt. Heute weckt sie ihren „Ersatzvater auch schon einmal um 4 Uhr in der Frühe, wenn sie Probleme hat. „Das kann ich auch beruhigt,“ meint sie, „weil er doch recht 'strapazierfähig' ist“.

Nicole Potthoff ist sich sicher, dass ohne das Mentorenprojekt, es vielleicht gar nicht zu dem erfolgreichen Verlauf der Ausbildung gekommen wäre. Die Mentorenfamilie habe dem Mädchen einen sicheren Halt gegeben. Das gipfelt sogar darin, dass die Auszubildende am Sonntag ein dreiwöchiges Praktikum in Wien beginnen kann.

Elisabeth Wulf und Günter Bachtrop sind froh, dass ihre Beharrlichkeit, an dem Mentorenprojekt festzuhalten, sich auf diese Weise auszahlt. Schüler der Förderschule werden weiterhin solch eine spezielle Begleitung benötigen, die ihnen das Elternhaus mitunter nicht geben kann.

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass beide Seiten von dem gemeinsamen Tun profitieren. Nicht nur die Jugendlichen sind stolz darauf, einen Mentor zu haben, auch die Erwachsenen selbst machen neue Erfahrungen, wenn sie beispielsweise bei gemeinsamen Freizeitveranstaltungen die Welt der Jugendlichen kennen lernen.

Für die Mentorenbegleitung stehen auch weiterhin die Mitarbeiter der Caritas-Jugendwerkstatt in Rufbereitschaft, wenn beispielsweise bei den wöchentlichen Kontakten einmal Schwierigkeiten auftreten sollten. - hwa

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