Landwirte unterwegs
„Ein Funken Hoffnung“: Über 100 beleuchtete Trecker fahren durch Hamm – Bilder online
Viele bunte Lichter, kreativ und weihnachtlich geschmückte Trecker, etliche Zuschauer am Straßenrand und eine ernste Botschaft: Am Sonntag sind deutlich mehr als 100 Trecker durch verschiedene Hammer Stadtteile gefahren.
Hamm - Ein Corso startete in Lerche und führte über Pelkum, Wiescherhöfen und den Hammer Westen nach Herringen. Dort saßen die Bauern aus Kamen, Bönen, Bergkamen, Hamm und Werne auf ihren Landmaschinen und brachten reihenweise Kinderaugen zum Strahlen. (News zum Coronavirus in Hamm)
Route absichtlich geheim gehalten - trotzdem viele Zuschauer
Zwar blieb die genaue Route geheim, damit sich Corona-bedingt nicht zu viele Menschen an der Strecke versammelten, letztlich ließ sich der lange Trecker-Tross aber nicht lange verbergen. Und so standen – zumeist auf Abstand – viele Anwohner an den Straßen oder an den Fenstern.
Auch in den südlichen Ausläufern der Stadt waren bunt geschmückte Trecker unterwegs. Aus Welver ging es über Süddinker, Osttünnen, Rhynern und Berge zum Garten-Center Hesse. Wegen einer kurzfristigen Planänderung dauerte es im Süden deutlich länger, bis die Trecker durch die Straßen der Hammer Stadtteile rollten.
Auch die Kleinsten sind schon mit dabei
Auf dieser Route warteten Kinder aber ebenfalls bis in die Abendstunden auf das Spektakel. Einige Landwirte spielten sogar Weihnachtslieder ab. Ein zweijähriger Junge saß auf seinem mit einer Lichterkette geschmückten Spielzeugtrecker am Bordstein und winkte den Landwirten zu.
Weihnachtlicher Trecker-Treck durch den tiefen Hammer Süden und Westen




Videos der beiden Kolonnen, die von der Polizei begleitet sicher durch das Stadtgebiet geführt wurden, verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken. Schon im vergangenen Jahr hatten die Landwirte im düsteren Corona-Advent für Abwechslung mit ihrer Weihnachtsaktion gesorgt.
Anwohner freuen sich über besonderes Erlebnis
Rund um den dritten Advent waren viele der Landwirte auch an anderen Abenden bei Touren in der ganzen Region dabei, um den Menschen direkt vor ihrer Haustür eine Freude zu bereiten. „Es erwärmt das Herz der Menschen. Unsere Bauern leisten jeden Tag enorme Arbeit, um die Bevölkerung zu bedienen. Danke für dieses tolle Erlebnis“, sagte eine Anwohnerin aus Lohauserholz.
Es gab neben all der schönen Stimmung aber auch einen mehr als ernsten Hintergrund: Mit der Aktion wollten sowohl die Bauern im Westen als auch die im Süden auf die prekäre Lage vieler Höfe hinweisen. Die Erzeugerpreise sind weiterhin so niedrig, dass etliche Landwirte in Existenznot geraten. Auch diese Botschaft kam an.