Spendenaktionen mit "coolen Kostümen"
Dunkle Seite, gute Seele: die Star Wars Fanforce Hamm
Hamm - Ob im Outer Rim, auf Tatooine oder Coruscant: Die Schergen der Dunklen Seite sind im Star-Wars-Universum gefürchtet und verhasst. Anders ist das in Hamm.
Wenn die Mitglieder der Star Wars Fanforce Hamm um den Sith Darth Maul, den Kopfgeldjäger Boba Fett, den aktuellen Bösewicht Kylo Ren und ihre Sturmtruppen auf dem Weihnachtsmarkt, im Allee-Center oder im Cineplex auftauchen, zückt niemand das Lichtschwert, sondern eher die Geldbörse. Denn nach einer kleinen Spende steht einem Foto oder Selfie keine Macht im Wege. Das besondere: Die Dunkle Seite sammelt stets für den guten Zweck. Auch an diesem verkaufsoffenen Sonntag.
Der Weihnachtsmann und Darth Maul haben beide die rote Farbe – der eine als Mantel, der gehörnte Sithkrieger im Gesicht. Ein Heiliger hat sich mit dem Rauschebart schnell verkleidet – vor dem Auftritt von Alexander Böhmer stehen dagegen zwei Stunden Arbeit mit echter Theaterschminke. Und nach der Aktion auch ein zweistündiges Abschminken. Der Mann aus dem Hammer Autohandel opfert aber seine Zeit gerne dafür.
Aber warum als Bösewicht? Eine Frage die auch den Rest der „Star Wars Fanforce Hamm“ (SWFFH) betrifft. „Die Dunkle Seite hat einfach die cooleren Kostüme“, sagt Alexander Böhmer. Jedi kann jeder: „Da genügen Jutesack und Gürtel.“
Alle Kostüme Marke Eigenbau
Wer die Star-Wars-Filme kennt und die aufwendigen Kostüme der Hammer Sternenkrieger sieht, denkt, er hat es mit einer Profitruppe
oder gekauften Outfits aus dem Merchandise zu tun. Doch die stilechten Rüstungen und Laserwaffen sind alle Marke Eigenbau. „Wir sind viel in Baumärkten unterwegs – da ist quasi unser Kostümfundus“, so Darth Böhmer. Und auch ein Haufen Latex ist im Spiel – wenn sich etwa Carsten Sacher in den fischköpfigen Admiral Ackbar von Mon Calamari verwandelt (nicht verraten, der gehört eigentlich zur Rebellenallianz!). An diesem Sonntag wird Sacher aber eher als Sandtrooper, also auf der Dunklen Seite, auftreten.
Alles startete beim Karneval
Angefangen hat das Engagement der Extrem-Star-Wars-Fans nicht etwa in einer weit, weit entfernten Galaxie, sondern beim Karnevalsumzug in Bockum-Hövel. Da stieß Familie Böhmer – in Outfits der
Familie „Maul“ – auf Klonkrieger Sacha Twittenhof und „Boba Fett“ Maik Schulz. Natürlich geriet man ins Gespräch – es entwickelte sich erst ein lockeres Miteinander, gefestigt wurde das Ganze durch Auftritte als Fußtruppe im Karneval. Mit wachsendem Bekanntheitsgrad kamen interessante Kontakte zustande.
Attraktion bei Star Wars 7 im Kino
So holte Cineplex-Leiter Carsten Dunke die inzwischen familiär und freundschaftlich angewachsene Fanforce vor zwei Jahren als Attraktion zum Auftakt von "Star Wars 7" ins Kino. Der Weg zum guten Zweck führte die Truppe von da aus auf dem Weihnachtsmarkt, wo die hungrigen Sternekrieger schlicht „essen fassen“ wollten. Für den Weg bis zum Imbiss brauchten die Akteure anderthalb Stunden – weil sie immer wieder aufgehalten und ums Posieren für Fotos gebeten wurden. Am Imbiss meinte jemand: „Da müsstet ihr eigentlich Geld für nehmen“.
Die Idee: wenn, dann aber für gute Zwecke. Auf dem anderthalbstündigen Rückweg kamen dann bereits 200 Euro zusammen.
„Alle Spenden gehen eins zu eins an gute Zwecke für Kinder in Hamm“, erklärt Alexander Böhmer. Bisher gingen so beispielsweise 800 Euro an die Aktion Lichtblicke, 1000 Euro an das Hammer Hospiz und 500 Euro an die Kinderklinik. Erzielt wurden solche Erfolge etwa bei der Star-Wars-Ausstellung im Allee-Center.
Die Auftritte am Sonntag sollen Mittel für die Aktion „Helping Hands“ einbringen, die sich darum kümmert, schwerkranke Kinder zu betreuen und ihnen Wünsche zu erfüllen. Also: Kamera oder Selfie in den Star-Wars-Modus setzen und die Sternenkrieger aufspüren! Denn feste Zeiten für feste Orte kann Darth Maul nicht nennen: Auftauchen wird die Fanforce auf jeden Fall im Kino, auf dem Weihnachtsmarkt und im Allee-Center. Und im Netz: www.swffh.de. - mai



