Für die Försterin gibt es viel zu tun
Unsichtbare Gefahr: Wald sollte nach Sturm Tage nicht betreten werden
Ein regelmäßiges Knacken und Rumsen begleitete Diethild Nordhues-Heese in der Nacht zu Donnerstag. Die Försterin lebt in einem Haus nahe des Heessener Waldes.
Heessen - Ein etwa drei Meter hoher Spechtbaum in ihrem Garten habe der Sturm beim Frühstück am Donnerstagmorgen umfallen lassen. „Wenn man das mit eigenen Augen sieht, merkt man erstmal, welche enormen Kräfte so ein Sturm haben kann.“
Umso weniger traute sie ihren Augen, als junge Leute in Begleitung eines Hundes und ausgerüstet mit Taschenlampen in den Heessener Wald stapften. Auch wenn sie vermutet, dass Orkantief „Ylenia“ nur vereinzelt Bäume und trockene Äste umgehauen haben könnte, bestehe auch noch Tage nach dem Sturm eine „unsichtbare Gefahr“ im Wald: durch lose Äste in den Baumkronen, die man nicht immer sehen muss. „Dass man den Wald auch einige Tage nach dem Sturm meiden sollte, ist für mich eine klare Kiste.“
Für die Försterin gibt es nach dem Sturm viel zu tun
Das gilt nicht zuletzt auch für die Försterin selbst, die sich erst einen Überblick verschaffen kann, wenn sich die Wetterlage beruhigt hat. Da sie nicht nur für den Wald in Heessen zuständig ist und ein sogenanntes Splitterrevier hat, muss sie sich im Laufe der nächsten Tage auch die Folgen des Sturms in den Wäldern in den Städten und Kreisen Coesfeld, Steinfurt, Warendorf, Soest und Münster ansehen.
Die Lebensgefahr durch entwurzelte Bäume oder herabfallende Äste besteht also auch noch Tage danach. Um Wege im Wald für Jogger, Spaziergänger und Fahrradfahrer absperren zu können, bedarf es zunächst einer offiziellen Genehmigung. Doch die Prämisse, dass jeder den Wald stets auf eigene Gefahr hin besucht, gelte auch weiterhin. (Weitere Infos zum Sturm in Hamm)