23 Standorte in der Innenstadt

Musik im Trabi, Jeansjacken mit Portraits: Vielfalt und Verrücktes bei Hammer Kulturnacht

Musik in der Weststraße: Raphael Gottlieb (vorne) und Tobias Heimpel spielten im Trabi.
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Musik in der Weststraße: Raphael Gottlieb (vorne) und Tobias Heimpel spielten im Trabi.

Jede Menge kreative Köpfe haben die 18. Kulturnacht in der Hammer Innenstadt gestaltet und dabei auch ein bisschen auf den Synergieeffekt zur Bierbörse gehofft. Das ging nicht ganz auf - die Kulturschaffenden dürfen dennoch zufrieden sein.

Hamm – Eindrucksvoll angestrahlt leuchteten die großformatigen Gemälde von Marc Westermann an der Mauer der Pauluskirche über einen leeren Marktplatz. Die Bierbörse war am späten Freitagabend gut frequentiert, die 18. Hammer Kulturnacht klang hingegen eher ruhig aus. Synergieeffekte gab es kaum, die Bierfreunde hatten als Ziel meist direkt die Zapfhähne, legten keinen Halt an einem der insgesamt 23 Standorte ein. Das Straßenleben einer lauen Frühlingsnacht fehlte zum kühlen Auftakt des ersten Maiwochenendes.

Gruppenfoto: Hamm ist bunt und tolerant

„Ich denke, das ist auch ein anderes Publikum“, meinte Heinz Feußner. Der Fotograf spielte auf seinem Ukulele-Bass begleitet von Gitarrist Uwe Stein vor den Ergebnissen von 40 Jahren Bühnenfotografie. Einige Besucher guckten durchs Schaufenster. Selten an diesem Abend, oft war der Bürgersteig vor den diversen Veranstaltungsorte anders als sonst leer. Rund 80 Menschen hätten sich allerdings um 18.15 Uhr vor die Da-Vinci-Bühne gegenüber gestellt. Feußner hatte vor dem entsprechenden Banner zum Gruppenfoto für ein buntes Hamm, Toleranz und Vielfalt geladen.

Frauen aus der Ukraine verbreiten Hoffnung

Zur Kulturnacht gehörte am Freitagabend auch das Licht oder laute Rockmusik. Jürgen Mevis spielte im Trio und im Künstlerhof Martin-Luther-Straße Cover von Free bis zu den Stones. Hartmut Lobert drinnen präsentierte feine Drechselarbeiten von der hölzernen Buchillusion bis zum Kuli-Chassis. Er war und ist zufrieden mit den Präsentationsmöglichkeiten der Kulturnacht.

Im Kleist-Forum präsentierten einige Künstler ihre Lieblingswerke. Sie wolle nicht trauern, sondern sich und anderen aus der Ukraine geflüchteten Frauen Licht, Hoffnung bringen, erklärte Olha Hordiichuk ihre farb-„Starken Frauen“ auf dem Rücken der Jeansjacken.

Starke Farben, starke Frauen: Im Kleist-Forum ging es Olha Hordiichuk aus der Ukraine darum, Hoffnung zu bringen.

Beeindruckend war die Lesung von Karen Köhler. Nicht nur wegen der Geschichte von Toni und Yum Yum. Die Jugendbuchautorin las klasse und brachte das Thema Tod einer Mutter angemessen humorvoll und mit kindlicher Fragestellung im Bucerius-Saal rüber.

Daneben im Foyer versorgte „Nes“ das Auditorium mit Gedanken zum „Zuhause“. Das eigene der Poetry-Slammerin ist Hamm, Freundinnen und Freunde.

Die KulturNacht 2024 in Hamm Teil eins

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Junge Menschen machten mit in der Kulturnacht. In erster Linie aber als Akteure. Im Helios-Theater vermittelten sie der Verwandtschaft ihre Gedankenwelt zum Thema Wahrnehmung durch die Außenwelt, Konventionen, Mobbing, Freundschaft. Eine Insel: „Ich wusste bis vorhin nichts von der Kulturnacht“, gab Rafael Piechulla zu. Nichte Mila Sandhoff (10) stand auf der Bühne, anschließend ging es direkt zurück nach Bockum-Hövel. Deren Schwester Rania interessierte ebenfalls „nur“ das Stück „raus bist du!“.

Anders Linda Hoffmeister. Die 15-Jährige „mag Kultur“, traute sich in der Galerie der Disziplinen an den Bleistift und zeichnete vor Publikum ein Stillleben. Das Ergebnis: Bewunderung der Zuschauer und die Buchung eines Kurses bei Kunstlehrerin Nelli Lips. „Wir gehen aber gleich auch noch ins Museum hinter die Kulissen und schauen und wenn wir's schaffen ins Stadtarchiv – Ahnenforschung“, verriet Lindas Mutter Astrid.

Die Kulturnacht war auch erfrischend jung: Im Helios-Theater ging es den Jugendlichen zum Beispiel um die Wahrnehmung durch die Außenwelt.

Viel Spaß hatten nebenan Jana Groß und Ayse Nur Güngör sowie Hüseyin Araz bei ihren Schwarztee-Gesprächen. „Muhablet“ bedeute im Türkischen Gespräch, das Getränk verhindere den trockenen Mund. Gespräche sollten in Liebe enden und diese untermauern. Ein Gedanke, schwer nachzuvollziehen, aber sympathisch.

Die KulturNacht 2024 in Hamm Teil zwei

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Bis spät abends unterhielt übrigens die lebende Musikbox auf halben Weg zwischen den Endpunkten Museum und Musikschule die Besucher. Raphael Gottlieb (Gitarre, Gesang) und Tobias Heimpel (Schlagwerk, Gesang) im halben Trabi hatten 70 Songs mit in die Fußgängerzone gebracht. Ein Code auf der Wählscheibe der Motorhaube gedreht und schon folgten Sprüche und der „doppelte Udo“, der eine pathetisch, der andere lallend.

Die KulturNacht 2024 in Hamm Teil drei

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Schon am nächsten Wochenende gibt es das nächste Event in der Hammer Innenstadt. Dann wird mit buntem Programm die Kanalkante eingeweiht.

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