Haltepunkt in Heessen verlängert und barrierefrei
Deutsche Bahn schließt Bauarbeiten in Heessen ab
Die Deutsche Bahn hat die Bauarbeiten am „Bahnhof“ Heessen offiziell für abgeschlossen erklärt. Das Ende war dabei weniger spektakulär als die acht Millionen Euro teure Maßnahme an sich. Schließlich waren im Jahr 2022 nur noch Restarbeiten angefallen, wie ein Bahnsprecher erklärte. Der Heessener Haltepunkt war in drei Jahren erheblich verlängert und behindertengerecht umgestaltet worden.
Heessen – Die im Januar 2019 begonnenen Arbeiten lassen sich in zwei Teile unterteilen. Zum einen wurden die Bahnsteige verlängert, damit die RRX-Züge in voller Länge daran halten können. Statt etwa 160 sind sie nun 220 Meter lang. An der Höhe von 76 Zentimetern wurde nichts geändert. „Die Bahnsteige hatten schon die richtige Höhe“, sagt der Bahnsprecher zum stufenlosen Einstieg.
Diese Arbeiten waren im Dezember 2020 abgeschlossen. „Wichtig war uns, dass die Strecke anfahrbereit ist, dazu mussten die Bahnsteige fertig sein“, so der Sprecher: „Die Arbeiten danach standen nicht mehr unter dem Zeitdruck.“ Sie hätten weitgehend im laufenden Betrieb erledigt werden können.
Der andere Teil der Maßnahme bestand vor allem darin, den Haltepunkt in Heessen behindertengerecht zu machen, waren doch zuvor die Gleise 2 und 3 nur über eine Treppe zu erreichen.
Aufzug eingebaut und Unterführung neu gestaltet
Um die Bahnsteige 2 und 3 für Menschen mit Einschränkungen beim Gehen ansteuerbar zu machen, wurde im Eingangsbereich die Unterführung fast komplett neu gestaltet, sie ist nun vom Parkplatz aus gesehen viel weitläufiger und bietet einen langsamen An- beziehungsweise Abstieg. Zum und vom Gleis gelangen die Gäste über die ebenfalls neue Treppe oder den von den Heessenern lange vermissten Aufstieg. Auch bei dessen Installation musste die Strecke zwischenzeitlich gesperrt werden, weshalb der Bau mit der Verlängerung zeitlich gekoppelt wurde. „Wenn man einen Bahnhof ausbaut, versucht man die Maßnahmen zu bündeln“, erläutert der Sprecher das Vorgehen, das derzeit an vielen Bahnhöfen umgesetzt werde.
3,6 Millionen Euro Schaden durch Vandalismus
Die Bauarbeiten am „Bahnhof“ Heessen waren noch lange nicht abgeschlossen, da waren die Wände schon mit Graffiti überzogen. Ende Juni 2021 berichtete der Westfälischer Anzeiger erstmals darüber, Anfang August hatte die Deutsche Bahn die Schmierereien damals beseitigt. Vandalismus und Graffiti sind ein Thema, womit wir zu kämpfen haben“, sagt ein Bahnsprecher. Schäden in Höhe von 3,6 Millionen Euro seien an den Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr entstanden.
Unangenehm war am Heessener Bahnhof schon vor der Renovierung der Urin-Geruch in der Unterführung. Reinigungsteams würde jeden Bahnhof regelmäßig ansteuern, auch Heessen mehrmals die Woche, so der Sprecher. Ein Bahnhof sei jedoch nur so lange gut, wie er gepflegt werde. „Viel hängt von der sozialen Kontrolle ab“, sagt der Sprecher.
Im Rahmen der großen Projekte Bahnsteigverlängerung, Unterführung und Aufzug nahm die DB weitere Arbeiten am Halt Heessen vor. So wurde ein Blindenleitsystem eingebaut sowie die Hinweisschilder, die Beschallungsanlage und die Beleuchtung erneuert. Durch die umfangreiche Sanierung boten sich hierbei ebenfalls Synergieeffekte. „Wir machen in solchen Fällen lieber alles an einem Stück“, sagt der Sprecher. Auch die Ausstattung des Bahnhofs mit Wartehäuschen und Anderem ließ die Bahn neu machen.
Maßnahme kostete mehr und dauerte halbes Jahr länger
Zuletzt hatten laut Sprecher seit Herbst die letzten Arbeiten an der Personenunterführung, vor allem an der Entwässerung, am Aufzugschacht sowie an der Elektronik stattgefunden. Eigentlich war für Sommer 2021 die Fertigstellung angepeilt worden. Zwischenzeitlich habe es Lieferengpässe bei einer ausführenden Baufirma gegeben, hieß es von Bahnseite zu den Verzögerungen, die den Betrieb allerdings nicht groß eingeschränkt hätten.
Insgesamt investierten das Land Nordrhein-Westfalen, der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Deutsche Bahn rund acht Millionen Euro. Das ist mehr als die ursprünglich geplanten 5,3 Millionen Euro. Der Sprecher erklärt dies mit den gestiegenen Materialkosten seit der Planungsphase sowie damit, dass weitere, nicht genau benannte Arbeiten hinzugekommen seien.