SPD-Mann Kocker wird nicht Rechtsdezernent
HAMM - Der SPD-Unterbezirks- und -Ratsfraktionsvorsitzender Dennis Kocker wird nicht Rechtsdezernent der Stadt Hamm. „Mein Ziel ist es nicht, Dezernent zu werden, sondern 2020 Oberbürgermeister dieser Stadt“, sagte Kocker Dienstagabend bei einer Pressekonferenz im Kurhaus.
Anschließend informierte der SPD-Politiker Partei und Fraktion über seine Entscheidung. Monatelang hatte sich der Volljurist den Zugriff auf den hochdotierten Posten im Verwaltungsvorstand offengehalten.
Knapp sechs Wochen vor dem Unterbezirksparteitag hat Kocker nun klargestellt, dass er nicht auf die Verwaltungsbank wechseln und sich in die Hierarchie von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann einreihen werde.
„Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir wollen gemeinsam einen politischen Wechsel bewirken mit mir als Oberbürgermeister 2020“, sagte Kocker
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im Interview mit dem WA (Dienstags-Ausgabe). Da wolle er seine Partei jetzt nicht enttäuschen und die Aussichten auf eine Ablösung der CDU nach dann 21 Jahren „Regentschaft“ schmälern.
Kocker räumte ein, dass er „offenes Interesse“ an dem Verwaltungsjob als Wahlbeamter gehabt habe. Die Aussicht auf geregelte Arbeitszeiten und eine gute Besoldung seien schon verlockend gewesen. Aber er hätte viele Leute im Stich lassen müssen, die auf ihn gebaut hätten – in der Partei und in seiner Kanzlei.
"Fühle mich fit" für die Mehrfachbelastung
Zu der jahrelangen Mehrfachbelastung in Beruf und Politik sagte Kocker: „Ich fühle mich fit. Wer da nicht belastbar ist, kann auch nicht Oberbürgermeister werden.“
Ihm sei auch klar geworden, dass es aus der Verwaltungsbank heraus schwieriger werden würde, vor der Wahl 2020 die notwendige Zuspitzung als OB-Kandidat zu finden. Den Ausschlag für seine Entscheidung habe das aber nicht gegeben.
In den vergangenen Wochen nach Bekanntwerden seiner ernsthaften Ambition (WA berichtete) hätten ihn viele Bürger direkt angesprochen und sich enttäuscht gezeigt. „Es geht mir aber nicht um einen ruhigen Job.“
"SPD hat alles auf mich zugeschnitten"
Das Vertrauen, das so viele Wähler 2014 in ihn gesetzt hätten, habe er nicht enttäuschen wollen. „Auch für die Partei wäre es keine gute Entscheidung gewesen. Die SPD hat alles auf mich zugeschnitten“, sagte Kocker.
Einen Personalvorschlag habe die SPD zurzeit nicht. Gesucht werde eine Person, die SPD-Positionen im Verwaltungsvorstand vertreten könne und über Führungserfahrungen in der Verwaltung verfüge. Laut Gemeindeordnung benötigen Rechtsdezernenten die Befähigung zum Richteramt. Eine endgültigePersonalentscheidung werde wohl erst im Sommer fallen, so Kocker. - dfb