Am Datteln-Hamm-Kanal badet man auf eigenes Risiko

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Thomas Dunker (links) gemeinsam mit Nicola Brakelmann von der DLRG-Ortsgruppe Hamm auf dem Kanal.

Hamm - Bei sommerlichen Temperaturen ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch wieder am Kanal und an der Lippe gebadet wird. Erlaubt ist das allerdings nicht. Im Notfall sei man dort auf sich allein gestellt, sagt Thomas Dunker vom DLRG.

"An der Lippe darf nicht gebadet werden, dem Lippeverband ist aber klar, dass trotzdem gebadet wird", sagt Thomas Dunker, der im Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Hamm für den Bereich Einsatz zuständig ist. Das Badeverbot werde allerdings nicht kontrolliert, das ließe sich von der Fläche her nicht realisieren. "Auch am Kanal ist das Baden nicht explizit erlaubt, es wird aber geduldet. Bis vor ein paar Jahren war es generell verboten, jetzt wird es geduldet, denn ganz verhindern können wir es eh nicht."

An bestimmten Stellen des Kanals ist das Baden allerdings ausdrücklich verboten. An Schleusen, Wehren und Brücken ist Baden generell untersagt. Gleiches gilt für den gesamten Hafenbereich.

"Am gefährlichsten ist natürlich das Springen von den Kanalbrücken, was, wie gesagt, verboten ist", sagt Dunker. Der Kanal sei nur vier bis fünf Meter tief. "Wenn man überlegt, wie hoch eine Brücke ist, da kommt man schnell auf mehr als zehn bis 15 Meter Höhe." Im Freibad habe man schon im Sprungbecken beim Dreier eine Wassertiefe von 3,80 Meter, und das ohne Strömung und mit klarem Wasser.

"Am Kanal ist das anders. Gegenstände unter der Wasseroberfläche sieht man von der Brücke aus nicht. Das Springen ist ein hohes Risiko", warnt Dunker. Außerdem seien auf dem Kanal viele Kanuten und Paddler unterwegs, die man nicht sehe, wenn sie unter der Brücke hindurchfahren. "Man könnte beim Sprung mit ihnen kollidieren."

Gefährlich sei natürlich auch, Schiffe anzuschwimmen, zum Beispiel, um hinaufzuklettern und von dort ins Wasser zu springen, sagt der DLRG-Vorstand. Auf das Verhalten am Kanal habe die Wasserschutzpolizei ein Auge. Sie fahre dort im Sommer verstärkt Streife und spreche auch Strafen und Platzverweise aus.

"Die größte Gefahr beim Baden und Schwimmen an sich ist, dass es am Kanal im Notfall nirgendwo Hilfe gibt", erklärt Dunker. "Wenn jemand schlecht schwimmen kann, wenn die eigenen Kräfte plötzlich nachlassen oder man einen Krampf bekommt, ist man auf sich allein gestellt." Die DLRG sei nämlich nicht regelmäßig am Kanal unterwegs.

"Es ist Zufall, wenn wir am Kanal unterwegs sind. An manchen Tagen sind wir wegen Wassersportveranstaltungen vor Ort oder zu Ausbildungszwecken, wir haben aber keinen regelmäßigen Dienst auf oder am Kanal", stellt Dunker klar.

Lebensretter aus Hamm sind allerdings auch in diesem Jahr wieder an Nord- und Ostsee im Einsatz. "Die erste DLRG-Kameradin aus unserer Ortsgruppe ist zur Zeit auf Borkum, im Juni fahren die nächsten dann an die Ostsee", sagt Dunker. Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Hamm werden in diesem Jahr außer auf Borkum noch auf Spiekeroog und in den Ostseebädern Hohwacht und Dahme in Schleswig-Holstein im Einsatz sein. Wie andere Freiwillige aus ganz Deutschland machen sie dort Rettungswachdienst und unterstützen auf diese Weise die DLRG-Gruppen vor Ort, so Dunker: "Sie bewachen und sichern die öffentlichen Strände, müssen Erste Hilfe leisten und bei der Personensuche helfen."

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