Staus und Unverständnis während Evakuierung

Bomben-Chaos in Hamm: Diese Lehren zieht die Stadt daraus

Die Evakuierung und Sperrung des Gefahrenbereichs verlangte den Einsatzkräften einiges ab. Nicht immer stießen sie dabei auf Verständnis.
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Die Evakuierung und Sperrung des Gefahrenbereichs verlangte den Einsatzkräften einiges ab. Nicht immer stießen sie dabei auf Verständnis.

Hamm - Der jüngste Montagabend wird nicht als einer der gelungenen in die Annalen der Heessener Geschichte eingehen.

1500 Menschen mussten wegen der in den Lippewiesen gefundenen 500-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ihre Wohnungen verlassen, 38 Straßensperren mussten errichtet werden (hier klicken für unseren Ticker). Zwar benötigte Feuerwerker Karl-Heinz Clemens letztlich nur 20 Minuten, um die Zünder aus dem Sprengsatz zu entfernen, doch da war es bereits 22.15 Uhr, und eine gefühlte Ewigkeit für die Einsatzkräfte und die in die Sachsenhalle ausgelagerten Bürger vergangen.

Eines der Haupthindernisse für eine raschere Evakuierung des Gefahrenbereichs war, dass die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, die ab 18 Uhr von Tür zu Tür gegangen waren und die Räumung hatten in die Wege leiten wollen, immer wieder auf Unverständnis der Anwohner gestoßen waren. Viele der Anwohner waren des Deutschen nicht mächtig, Dolmetscher waren auf die Schnelle nur wenige zu bekommen gewesen. In ganz krassen Fällen musste die Polizei hinzugezogen werden und das Verlassen der Wohnung anordnen.

Noch hat eine Nachbesprechung des Einsatzes bei Stadt und Feuerwehr nicht stattgefunden. Doch eine Idee für die Zukunft soll nun sein, dass Flyer in mehreren Sprachen vorbereitet werden, auf denen die wichtigsten Informationen rund um eine Bombenentschärfung und die nötigen behördlichen Maßnahmen festgehalten sind.

Ebenso erinnerte ein Stadtsprecher daran, dass per Erlass der Landesregierung geregelt ist, dass beim Fund eines Blindgängers unverzüglich zu handeln sei. Selbst wenn am Montagabend das Hospiz innerhalb der Gefahrenzone gelegen hätte und umfangreiche Krankentransporte fällig geworden wären, hätte die Aktion dennoch stattgefunden – und hätte vermutlich bis tief in die Nacht gedauert.

Nur wenn gravierende logistische Gründe – etwa die Evakuierung von mehreren 10.000 Menschen – vorlägen, könne eine Entschärfung auf den nächsten Tag verschoben werden, ergänzte der Stadtsprecher auf Nachfrage.

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