40 Jahre Widerstand gegen Atomkraft
Hamm - Nach dem katastrophalen Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 formierten sich bundesweit viele Gruppen, um gegen Atomkraft zu protestieren und Widerstand zu leisten. Auch in Hamm gründete sich eine Bürgerinitiative (BI) – allerdings schon lange vorher.
Der BI Umweltschutz Hamm war die Atomkraft nämlich nicht erst seit dem Gau in der heutigen Ukraine ein Dorn im Auge. Anlass des 40-jährigen Bestehens der Initiative blickten am Samstag mehr als 30 Mitglieder zurück auf die Anfänge. Denn es waren die Planungen zum Bau eines Thoriumhochtemperaturreaktors (THTR) in Uentrop sowie eines zusätzlichen Leichtwasserreaktors, die die Aktivisten auf den Plan riefen. Und so gründeten sie 1976 die BI, deren aktuelle Mitglieder sich nun vor dem seit Jahren als „Milliardengrab“ genannten THTR in Uentrop trafen.
„Wir wollen mit der Aktion heute auf die Gefahren, die von dem THTR ausgehen, aufmerksam machen und zugleich das 40-jährige Bestehen feiern“, erklärte Vorstandsmitglied Horst Blume. Er – und auch weitere Redner – kritisierten, dass der Reaktor trotz Stilllegung nicht sicher sei. „Dort lagern bis heute 1,5 Kilogramm Plutonium. Es handelt sich nicht um ein nostalgisches Thema, sondern wir ziehen daraus auch Rückschlüsse für die aktuelle Lage“, so Blume. Und so will die BI weiterhin vor allem zwei Dinge tun: Beim Thema Atomkraft Widerstand leisten und aufklären.