Polizei findet keinen Sprengsatz

Nach Bombendrohung im Allee-Center: Betroffene Kunden holen Autos ab

Am Sonntag holten mehrere Allee-Center-Kunden ihre Fahrzeuge aus dem Parkhaus, die sie am Samstag zurückgelassen hatten.  
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Am Sonntag holten mehrere Allee-Center-Kunden ihre Fahrzeuge aus dem Parkhaus, die sie am Samstag zurückgelassen hatten.

[Update Sonntag 12:27 Uhr] Hamm - Nach einer Bombendrohung wurde das Hammer Allee-Center am Samstag evakuiert. Erst nach mehr als fünf Stunden konnten die etwa 8000 Kunden zurück in das Gebäude. Am Tag danach stehen immer noch nicht abgeholte Autos im Parkhaus.

Darauf reagierte das Allee-Center und öffnet auch am heutigen Sonntag (21. Mai) das Parkhaus für Betroffene. Nicht alle der 8.000 Kunden warteten ab, bis das Center durch die Polizei wieder freigegeben wurde, sondern traten anderweitig den Heimweg an. 

Holten am Sonntag ihre Fahrzeuge ab: Von links: Achim von Jutrzenka, Holger Behnke, Bettina und Hermann Gareis.

Am Sonntag haben die Betroffenen nun von 11 bis 17 Uhr eine weitere Möglichkeit, ihr Fahrzeug abzuholen. Allerdings ist der Zugang nicht so einfach, da alle Haupteingänge zum Center verschlossen sind, wie unser Reporter berichtet.  Betroffene sollen nach Angaben des Allee-Centers die angegebene Telefonnummer auf den blauen Schildern an den Parkhauseinfahrten anrufen, dann hilft der Wachdienst weiter. Parkgebühren fallen laut Allee-Center (siehe Facebook-Post) nicht an. Mehrere Allee-Center-Kunden nutzten das Angebot am Sonntag und holten ihre Fahrzeuge ab. 

Das Allee-Center öffnet auch am Sonntag das Parkhaus.

Das passierte am Samstag: 

In einer anonymen E-Mail wurde am Morgen mit der Zündung mehrerer Sprengsätze gedroht. Die Polizei stufte das Schreiben als ernstzunehmend ein.

Am Nachmittag gaben die Beamten schließlich Entwarnung. Im Einkaufszentrum sei kein Sprengsatz gefunden worden. Zunächst wurden die Mitarbeiter wieder in das Gebäude gelassen. Anschließend konnten auch die Kunden ihren Einkauf fortsetzen. Um 15.40 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz.

Alle Kunden und Mitarbeiter mussten das Allee-Center am Samstagvormittag verlassen.

Gegen den Verfasser der E-Mail leitete die Polizei ein Strafverfahren wegen versuchter räuberischer Erpressung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein, heißt es in einer Pressemitteilung. Es gebe keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat oder einen terroristischen Hintergrund. Hinweise zu Tatverdächtigen nimmt die Polizei Hamm unter der Rufnummer 02381/9160 entgegen.

Verkauf geht normal weiter

Seit der Freigabe durch die Polizei am Nachmittag gehe der Verkauf im Allee-Center völlig normal weiter, sagte Managerin Cornelia Ludlei. "Wir freuen uns, dass die Räumung in Zusammenarbeit mit der Polizei und mit den Besuchern hervorragend funktioniert hat", sagte sie gegenüber dem WA. Alles sei sehr strukturiert und gesittet abgelaufen. "Die Übungen haben sich ausgezahlt." Solche Räumungsübungen finden regelmäßig statt.

Per Lautsprecherdurchsage wurden die Kunden über einen "technischen Defekt" informiert. Danach hätten alle Kunden, Angestellten und Händler im Beisein der Polizei das Gebäude verlassen.

Wer sein Auto im Parkhaus abgestellt hat, müsse sich keine Sorgen um hohe Kosten machen. "Heute kann jeder kostenlos parken", so Ludlei. "An der Schranke stehen Mitarbeiter, die die Parkkarten entgegennehmen."

Center-Management informierte Polizei

Um 10.20 Uhr sei die Polizei vom Center-Management über das Schreiben informiert worden, berichtete Polizeihauptkommissar Christopher Grauwinkel, Leiter der Hammer Polizei-Pressestelle, gegenüber dem WA. Darin seien die Verantwortlichen des Einkaufszentrums zur Zahlung einer Geldsumme aufgefordert worden. Bei einer Weigerung sollten mehrere im Gebäude deponierte Sprengsätze zünden.

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Allerdings sei nicht mit einer sofortigen Zündung gedroht worden, sondern es habe ein Zeitfenster zur Räumung gegeben. Damit wurde gegen 11 Uhr begonnen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich nach Angaben der Polizei 8000 Menschen im Allee-Center.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz. Durchsucht wurden insgesamt 21.000 Quadratmeter Verkaufs- und 600 Quadratmeter Bürofläche.

Die Besucher wurden von Mitarbeitern außerhalb des Allee-Centers betreut. Sie sorgten auch dafür, dass niemand zurück ins Gebäude gelangt. Zudem waren Busse im Einsatz, um die Menschen zu Sammelpunkten zu transportieren.

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Der Gefahrenbereich wurde von der Polizei abgesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.

Schon 2014 gab es eine Bombendrohung

Im Juni 2014 gab es schon einmal eine Bombendrohung für das Allee-Center. Damals wurde die Sperrung nach zwei Stunden wieder aufgehoben. Laut Polizei handelte es sich um einen üblen Scherz.

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