"Lady Sarafina": Mit Kodderschnauze ins neue Leben

Olivia Jones (links) prüfte die Qualitäten ihrer Bewerber ganz genau. Von Lady Sarafina war sie sehr angetan.
+
Olivia Jones (links) prüfte die Qualitäten ihrer Bewerber ganz genau. Von Lady Sarafina war sie sehr angetan.

HAMM - Es sollte nur ein schöner Tag werden, jetzt ändert sich das ganze Leben von Ben Böhm, der unter dem Namen Lady Sarafina als Travestie-Künstler auftritt: Er hatte sich bei Olivia Jones in Hamburg zu einem Casting angemeldet und dabei jetzt einen dauerhaften Job gewonnen!

„Wer in Deutschland an Travestie denkt, hat ja gleich Olivia Jones im Kopf“ sagt Böhm. Durch dieses Casting, bei dem der prominente Travestie-Künstler neue Mitarbeiter gewinnen wollte, erhoffte sich Böhm nur einmal in diese schillernde Welt an der Reeperbahn hineinzuschnuppern. Über Facebook hatte der Hammer Künstler von dem Casting erfahren und sich spontan angemeldet. Als der Termin dann näher kam, wollte Böhm schon absagen, denn der Einzelhandelskaufmann sollte arbeiten. Als er seinen Kollegen jedoch von dem Casting berichtete, tauschten sie sofort ihren Dienst, um dem künstlerischen Kollegen die Teilnahme zu ermöglichen.

„Auf dem Weg nach Hamburg stieg nach und nach die Anspannung“, erinnert sich Böhm. Aus 40 Bewerbern waren sechs eingeladen worden. Die ungewöhnliche Jobsuche begann in Jones’ Show-Club an der Reeperbahn. Der Medienrummel, von Kamerateams bis zu Zeitungsreportern, sei schon

Lesen Sie auch:

Die Show der "dicken Tante"

recht beeindruckend gewesen, doch Böhm wollte sein Bestes geben. Die Jury aus Olivia Jones, ihrem Assistenten Sven Florijan, und der Burlesque-Tänzerin Eve Champagne hörte genau hin, als sich Ben Böhm vorstellte. Er habe eine Kodderschnauze und traue sich auch mal hässlich auszusehen, so der Hammer. „Schön kann jeder – hässlich zu sein ist eine Kunst“, sagte Böhm und punktete mit seiner ungewöhnlichen Art.

Als er erklärte, er mache klassische Travestie und singe und tanze daher auch, sollte er gleich sein Gesangstalent beweisen. Mit dem Schlager „Die Hände zum Himmel“ brachte Lady Sarafina gleich Stimmung ins Publikum und überzeugte. Danach folgten noch zwei Wettbewerbe: Ein St.-Pauli-Quiz und das „Kobern“: Bei der Frage, wie viele Einwohner St. Pauli hat, gab Böhm gleich wieder eine originelle Antwort: „Genau einen zu wenig – mich!“ Beim „Kobern“ – also der Kunst, Leute zum Lokalbesuch zu animieren – zog Böhm mit Abstand die meisten Besucher.

Am Ende wurde neben Lady Sarafina auch Veuve Noire ausgewählt. Mit ihm möchte Böhm auch eine Wohngemeinschaft gründen. „Über kurz oder lang – mein zukünftiger Lebensmittelpunkt wird Hamburg sein“, sagt Böhm. Zwar könne er seinen Sieg kaum realisieren, aber bereits in dieser Woche beginnt seine Arbeit aus der Reeperbahn. Die feststehenden Auftritte mit seinem Travestie-Trio „Femmes Fa-Gee“, am 10. August in der Paroli-Schänke in Herringen und am 2. November in der Gaststätte Denninghaus, Bönen werde er jetzt als Abschiedsshow bestreiten. Er freue sich zwar auf Hamburg, bleibe aber sicher mit Hamm in Kontakt. Hier sei er verwurzelt. - pk

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare