Stadthausstraße
Bis zu 380 Plätze: Fahrradparkhaus für die Hammer Innenstadt - auch neue Wohnungen geplant
Das Fahrrad gut geschützt und sicher abschließen und dann zur Arbeit oder zum Feiern in die Innenstadt? Das wird zukünftig möglich sein. Nahe des Marktplatzes entsteht Hamms erstes Fahrradparkhaus.
Hamm – Wer mit dem Fahrrad in die Innenstadt kommt, steht immer wieder vor der Frage, wo er sein Fahrrad abschließen kann – und das vor allem sicher vor Langfingern, die es besonders auf die teuren E-Bikes abgesehen haben. Die Stadt will langfristig für eine sichere Alternative zu den klapprigen Abstell-Bügeln sorgen. An der Stadthausstraße soll das erste Fahrradparkhaus Hamms entstehen.
Mauer und Parkplatz müssen weichen
Der erste Schritt ist eine Änderung des Bebauungsplans. Dort, wo das Fahrradparkhaus entstehen soll, darf es aktuell gar nicht gebaut werden. „Das wollen wir jetzt ändern“, erklärte Oberbürgermeister Marc Herter am Montag bei der Vorstellung erster Pläne. Weggerissen werden muss für das Parkhaus auch eine Mauer, die den Blick auf die dahinterliegende Fläche verbirgt.
„Und da ist wie so oft hinter einer kahlen Wand in der Innenstadt ein Parkplatz – sogar ein städtischer, der bisher von unseren Mitarbeitern genutzt wird“, sagte Herter. „Das kriegen wir aber anders hin, sodass wir an dieser Stelle einen Platz für Fahrräder mit der entsprechenden Sicherheit für die teuren Gefährte und einem gewissen Grundservice bieten können.“
Bis zu 380 Stellplätze, rund um die Uhr nutzbar
Für den sei die Fahrradstation am Bahnhof Vorbild. 350 bis 380 Parkplätze sollen gegenüber des Pädagogischen Zentrums entstehen. Rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche soll das Parkhaus nutzbar sein. An entsprechend geeignete „Parkplätze“ für E-Bikes werde gedacht, genauso wie an Auflademöglichkeiten, erklärte Herter. Die weiteren Details sollen vorgestellt werden, wenn ein Betreiber und ein Betriebsmodell gefunden sind. „Wir wollen erst mit den möglichen Betreibern und dem ADFC sprechen, bevor wir das Parkhaus fertig planen. Sie haben ohnehin mehr Erfahrung als wir und wissen, was wirklich wichtig ist“, so Herter.
Das Parkhaus, für das die Initiative von der Bezirksvertretung Mitte ausging, soll in dem geplanten Gebäude nicht den kompletten Raum einnehmen. In den oberen Geschossen – bis zu drei sind an diesem Standort möglich – sollen Wohnungen entstehen. Und in die sollen in erster Linie von Studenten bezogen werden. Kleinere Wohneinheiten mit 35 bis 40 Quadratmeter sind geplant.
Auch Nachverdichtung in der Innenstadt als Ziel
Die Ampelkoalition wolle eine Verkehrswende hin zu mehr Radverkehr. „Und das nutzerfreundlich“, erklärte Justus Moor, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Wer in der Innenstadt arbeitet oder zu Besuch ist, soll sein Fahrrad gut und sicher abstellen können. Das wird hier möglich sein.“ Aus Sicht von Christina Boettcher (Grüne) ist das auch dringend nötig: „Die Fahrräder werden ja immer teurer.“
Für Ingo Müller (FDP) wird mit dem Fahrradparkhaus eine zweite wichtige Aufgabe erfüllt: Die Nachverdichtung der noch immer oft lückenhaften Bebauung in der Hammer Innenstadt. „Perfekter geht es nicht. Die Abstellmöglichkeiten sind wichtig und der Bedarf für kleinteiliges, studentisches Wohnen ist gerade in der Innenstadt da.“
Fahrradparkhaus Teilprojekt der neuen Innenstadtachse
Die Änderung des Bebauungsplans und die weiteren bürokratischen Schritte sollen in eineinhalb Jahren abgeschlossen sein. Dann soll mit dem Bau begonnen werden. Das Fahrradparkhaus ist dabei ein Teilprojekt der Initiative, die Kanalkante und die Wegeachse bis zur Pauluskirche attraktiver zu gestalten. Dafür wird in der Stadthausstraße unter anderem auch die Fußgängerzone in Richtung Hans-Böckler-Platz verlängert.