Nach 13 Jahren ist am Freitag Schluss

"Cheyenne"-Wirt Lepper übergibt Geschäft an junge Generation

[Foto: © Andreas Rother]   -->   Hamm: Heinz und Uschi  Lepper hören im Cheyenne auf; Rückblick, Treffpunkt Parkplatz hinter Ex-Jonathan
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Heinz und Uschi Lepper übergeben ihr „Cheyenne“ heute an die nächste Generation. Das Wirtsehepaar hört auf.

Hamm - Er hat viele Betriebe kommen und gehen sehen und mit ihnen die Wirte. Auf der Südstraße darf man ihn ein Urgestein nennen: Heinz Lepper. Seit einem Vierteljahrhundert steht er dort hinter den Zapfhähnen, vor 13 Jahren eröffnete er mit Ehefrau Uschi seinen eigenen Laden: das „Cheyenne“.

Am Freitag endet auf der „Meile“ eine Ära, denn die Leppers machen Schluss. Die Schlüssel übergeben sie an ihre Kinder, die das „Cheyenne“ weiterführen werden.

„Ich selbst bin dann nur noch vor dem Tresen anzutreffen“, sagt Lepper. Lepper und die Gastronomie, das ist sicherlich keine gewöhnliche Geschichte. Denn der 60-Jährige war beides: Barkeeper und Bergmann. „So etwas würde heute bestimmt kein Arbeitgeber mitmachen“, meint Lepper.

Bergmann und Gastronom 

35 Jahre bis zur Rente arbeitete er unter Tage, die zweite Schicht fuhr er hinter der Theke. Seinen Job auf dem Pütt wollte er nicht aufgeben („Das war sicheres Geld“). Die Gastronomie aber ebenso wenig. Also ließ er beides parallel laufen. Seine Frau führte die Geschäfte, er stand hinter dem Tresen.

„Es gab Zeiten, da war ich 48 Stunden ohne Schlaf“, erinnert er sich. Er nennt sich selbst „positiv bekloppt“. „Anders kann man so etwas gar nicht durchziehen.“ Gastronomie habe ihm einfach Spaß gemacht, sagt Lepper. Das wusste er vom ersten Moment an, als er vor 30 Jahren in Osterflierich auf einem Bierwagen das Zapfen lernte.

Viele Läden auf der Südstraße erlebt

Auf der Südstraße begann er bei seinem Vorgänger, als das „Cheyenne“ noch die „Bierbörse“ war. Später arbeitete er auch für Wolfgang Witteborg im Manhattan, Bogart’s, Crocodile und Jonathan. Neben seinem Job hinter der Bar erledigte er dort auch die Einkäufe.

„Von Wolfgang Witteborg habe ich damals viel gelernt“, sagt Lepper. Dass er mit dem „Cheyenne“ eine eigene Gastronomie eröffnete, hat Lepper seiner Frau Uschi zu verdanken. Als das Lokal zur Übernahme frei wurde, gab sie den entscheidenden Impuls.

„Ich konnte meinem Mann doch nicht sein Hobby wegnehmen“, sagt sie. Über Nacht stand fest, dass die Leppers einsteigen würden. „Und zuhause – das wäre doch nicht gut gegangen...“, meint sie mit einem herzhaften Lachen.

13 Jahre "Cheyenne"

Am 12. April 2002 eröffneten sie schließlich und machten das „Cheyenne“ zur Marke. Für das Ehepaar bedeutete die Gastronomie auch viele Entbehrungen.

„Ich war 30 Jahre jedes Wochenende weg, auch Heiligabend nach der Bescherung. Meine Frau hat sich zuhause um alles gekümmert“, sagt Lepper. „Sie hat immer zu mir gehalten, das rechne ich ihr hoch an.“

Gastronomie als Liebhaberei 

Lepper hat auch den Wandel auf der Meile miterlebt. „Vor 30 Jahren konnte man noch richtiges Geld verdienen“, meint er. Heute dagegen grenze manches schon an Liebhaberei. Kürzlich entschloss er sich, den Mittwoch zuzumachen, nachdem die Stammkunden immer rarer wurden.

Jetzt ist nur noch am Wochenende auf, nicht mehr wie in den „goldenen Meilenzeiten“ täglich. „Das Ausgehverhalten hat sich komplett verändert“, weiß der 60-Jährige. Selbst regelmäßige Live-Musik sei kein Garant für ein volles Haus.

Livemusik zum Abschied

Mit Musik wollen sich die Leppers heute verabschieden: Sänger Marco Kloss wird gegen 23 Uhr auftreten. „Als Dankeschön für all die Jahre“, sagt Heinz Lepper. Der Eintritt ist frei.

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