Wie die Veranstalter im Kurhausgarten auf die aktuellen Probleme reagieren
Corona-Sorgen: DJ-Biergarten spürt Druck, aber auch Vertrauen
Verstöße gegen die Corona-Auflagen beim Konzert von Kapelle Petra im Maxipark haben im OB-Büro viel Staub aufgewirbelt. Immerhin war es dort ja genehmigt worden. Ausdrücklich bestätigt wurde zugleich das grüne Licht für den - nochmals besucherstärkeren - DJ-Biergarten hinterm Kurhaus am kommenden Wochenende. Warum eigentlich?
Hamm - 600 Besucher werden beim Ersatzprogramm für das wegen Corona abgesagte DJ-Festival "Welcome to my Garden" am Samstag erwartet, weitere auch am Sonntag. Das sind deutlich mehr als jene knapp 500 am vergangenen Samstagabend bei Kapelle Petra im Maxipark: Diese hatten in Partylaune phasenweise die Abstandsregeln missachtet und dem Event zunächst Kritik und am Montag dann auch einen dicken Rüffel vom Oberbürgermeister eingebracht. Das "Beer in the Garden" ist dadurch zwar nicht gefährdet, steht aber nun unter besonders kritischer Beobachtung. Immerhin wird das Publikum dort nicht nur größer, sondern ein eher junges sein, und - im Zweifel besonders heikel - das Stichwort Alkohol wird sogar schon im Titel mitgeliefert. Organisator Julian Sokolowski, zugleich als Juf-X einer der DJs vor Ort, ist gleichwohl optimistisch, dass alles glatt ablaufen wird.
"Leute moralisch in die Pflicht nehmen"
Gemeinsam mit seinem Partner André Kollas will Sokolowski vor Ort nochmals offensiv deutlich machen, worum es geht und dass ein solches Event ohne Zugeständnisse von allen Seiten derzeit nicht zu machen wäre. "Wir wollen die Leute moralisch in die Pflicht nehmen", sagt Sokolowski. Die beiden setzen auch darüber hinaus auf Kommunikation, Transparenz und Klarheit. So stehen sie im stetigen Austausch mit allen Verantwortlichen und Beteiligten und informieren zusätzlich vor dem Betreten des Areals und an allen Tischen über die Rechte und Pflichten.
Apropos Tische: Diese waren beziehungsweise sind nur gruppenweise im Verkauf, sodass daran miteinander vertraute Menschen sitzen werden, die schon im Vorfeld digital und platzscharf ihre Visitenkarten hinterlassen haben. Außerhalb der Tische müssen alle Besucher eine Maske tragen, Tanzen zu den Beats der DJs ist tabu.
Für den Fall möglicher Verstöße gegen die Regeln sind fünf Sicherheitsleute unterwegs, das Gastronomiepersonal ist den Auflagen entsprechend gebrieft, und auch Mitarbeiter der Stadt wollen ein Auge auf die Veranstaltung haben. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann sprach dem Team jedenfalls das Vertrauen aus. "Die Veranstalter haben sich bisher akribisch an die Vorgaben gehalten. Wir sehen keinen Grund, ihnen die Durchführung zu untersagen", sagte der OB am Montag. Kollas bringt das so auf den Punkt: "Der Druck ist groß, das Vertrauen ist aber auch da."
Biergarten nicht nur Samstag, sondern auch Sonntag
Weil der Samstag blitzschnell ausverkauft war und das Wetter in den nächsten Tagen sommerlich sein soll, haben die Veranstalter ihr Biergarten-Angebot inzwischen um den Sonntag ergänzt. Motto: "Wir zapfen noch eins nach!" Auch dafür sind die Tickets nur vorab online und platzgenau erhältlich. Sokolowski rechnet allerdings nicht mit einem weiteren "Nichts geht mehr", sondern mit weniger Gästen als am Samstag.
Besonders wichtig ist den beiden, dass alle am Gelingen Mitwirkenden mit Blick auf die wegen Corona so schwierige Lage ihren verdienten Lohn mit nach Hause nehmen können. Getreu der eigenen Ansage "Corona versaut uns denn Sommer? Nicht mit uns!"
