Bauherren müssen umgestalten

Stadt Hamm geht erstmals gegen Schottergärten vor

Viel Stein, wenig Grün: In der Stadt Hamm soll das nicht länger möglich sein.
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Viel Stein, wenig Grün: In der Stadt Hamm soll das nicht länger möglich sein.

Hamm - Die Stadt will erstmals gegen bestehende Schottergärten vorgehen. Im Neubaugebiet „Auf dem Beisenkamp“ sollen Eigentümer geschotterte Vorgärten beseitigen.

Im Bebauungsplan sind hier Grünflächen vorgesehen. Darauf werde man bestehen, sagte ein Stadtsprecher. Anders gestaltete Gärten müssten zurückgebaut werden. Gärten, die ausschließlich aus Kies, Schotter oder Stein bestehen, gelten als pflegeleicht und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kritiker halten diese Gartengestaltung dagegen für bedenklich: Lebensraum für Insekten und Vögel gehe verloren. Bei Regen fehle Versickerungsfläche, bei Sonnenschein verstärkten die Steinflächen örtliche Hitzewellen.

"Auf dem Beisenkamp" ist das anders

Die Stadt teilt diese Einschätzung, wie aus einer im Sommer veröffentlichten Verwaltungsstellungnahme hervorgeht. In der Regel fehlen ihr aber die rechtlichen Möglichkeiten, um entsprechend auf Eigentümer einzuwirken. „Auf dem Beisenkamp“ ist das anders. In den 2014 aufgestellten Bebauungsplan für das Neubaugebiet wurde eigens ein Passus aufgenommen, der Schottergärten verhindern soll: „Unbebaute Flächen bebauter Grundstücke sind als Grünflächen anzulegen und zu pflegen.“ Das bedeute nicht, dass eine Fläche vollständig bepflanzt werden müsse, so der Stadtsprecher. Entscheidend sei, dass die Böden nicht versiegelt seien. Planen, die bei Schottergärten das Durchdringen von Unkraut verhindern sollen, werde man nicht akzeptieren.

Kaum eine Handvoll hat den Vorgarten geschottert

Der Kreis der Betroffenen ist derzeit noch übersichtlich: Die meisten Gärten am Beisenkamp gleichen noch Baustellen. Kaum eine Handvoll Bauherren hat den Vorgarten geschottert oder komplett gepflastert. Sie müssen jetzt mit Besuch von der Stadt rechnen. Man werde die Gärten in Augenschein nehmen und dann Kontakt zu den Eigentümern aufnehmen, sagte der Stadtsprecher. Notfalls werde die Stadt auch Zwangsgelder verhängen. Anwohner wollten sich auf WA-Anfrage nicht äußern. Die Stadt hatte im Sommer auf Antrag der Grünen ihre Haltung zu Steingärten zusammengefasst. Die Verwaltung stuft die Schottergärten für die gesamtstädtische Klimabelastung als unbedeutend ein, für das direkte Umfeld und die Artenvielfalt seien sie aber durchaus relevant. Angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels sei es sinnvoll, für angenehme mikroklimatische Bedingungen zu sorgen.

Vorschläge würden derzeit entwickelt

Sinnvoll erscheint der Verwaltung die Idee, Bauherren bereits während des Baugenehmigungsverfahrens in Sachen Gartengestaltung zu beraten. Auf dem Beisenkamp war das allerdings nicht der Fall. Entsprechende Bepflanzungs- und Gestaltungsvorschläge würden derzeit entwickelt und sollten im Viertel verteilt werden, hieß es dazu am Donnerstag in einer Sitzung der Bezirksvertretung Mitte. Mit Gestaltungsvorgaben will die Stadt zwar nur in Neubaugebieten arbeiten; dort sollen solche Festsetzungen „weiterhin zielgerichtet zum Einsatz kommen“.

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