Kritik von NGG und Betriebsrat
Coca-Cola schließt Standort in Hamm - 83 Arbeitsplätze betroffen
Coca-Cola setzt beim Befüllen und Reparieren von Automaten künftig auf externe statt auf eigene Mitarbeiter. Das hat Folgen für den Standort Hamm. Den will der US-Konzern zum Jahresende aufgeben.
Seinen Standort an der Römerstraße in Bockum-Hövel will der US-Konzern Coca-Cola zum 31. Dezember dieses Jahres schließen. Betroffen sind davon nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) 83 Beschäftigte. Coca-Cola selbst spricht in seiner Mitteilung von 44 Beschäftigten: 17 Mitarbeitende aus der Werkstatt und weitere 27 Mitarbeitende aus dem Bereich „Vending“ sowie 39 Außendienstmitarbeiter, die in der Region unterwegs sind. Letztere sollen an die Standorte Herten und Köln wechseln.
Der US-Konzern will das Automatengeschäft im Vollkundendienst (Full Service Vending) nicht mehr selbst durchführen, sondern „starken, spezialisierten Partnern“ in diesem Bereich übergeben. Im Bereich Cold Drink Operations (CDO) sollen die Werkstattaktivitäten für die Reparatur von technischen Geräten am Standort Mainz konzentriert werden.
Coca-Cola schließt Standort in Hamm: Betriebsrat spricht von Managementfehlern
„Nach mehr als zwei Jahren Pandemie, in denen ein Teil der Beschäftigten in Kurzarbeit war und gerade wieder durchstarten wollte, ist die Entscheidung ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“, kritisiert Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG-Region Südwestfalen. Während der Mutterkonzern Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) seinen Aktionären großzügige Dividenden zahle, stünden nun die Existenzen von 44 Menschen in Hamm auf dem Spiel.
Pietro Peters, Betriebsratsvorsitzender in Hamm, spricht von „groben Managementfehlern“. „Coca-Cola will die sogenannte Vending-Sparte des Konzerns deutschlandweit plattmachen, dazu das Geschäft mit Kaltgetränk, Snack- und Kaffeeautomaten. Statt eine Zukunft des langjährig profitablen Geschäftszweigs innerhalb des Mutterunternehmens zu suchen, werden nun bundesweit 400 Beschäftigte vor die Tür gesetzt.“
Coca-Cola schließt Standort in Hamm: Beschäftigte haben keine Optionen in der Nähe
Gewerkschaft und Betriebsrat rufen Coca-Cola dazu auf, jetzt in konstruktive Verhandlungen einzutreten, um die Folgen des Arbeitsplatzabbaus für die Betroffenen abzumildern. Im Rahmen des sogenannten „Tarifvertrags Struktur“ gehe es jetzt darum, den Beschäftigten die Möglichkeit anzubieten, zu fairen Konditionen an andere Standorte wie Herten oder Köln zu wechseln. „Herten hat für die Betroffenen aus Hamm natürlich Vorrang. Die Fahrerei ins ferne Köln ist eine Zumutung und ein Umzug gerade für Familien nicht immer machbar“, betont Betriebsrat Peters.
Auch aus Sicht von Coca-Cola ist der nächste Schritt die Aufnahme der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zur Umsetzung der Mitarbeiter. Das erfolge in den nächsten Tagen, sagte Coca Cola-Sprecher Christian Breitkreutz. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden: durch alternative Stellen an anderen Standorten des Unternehmens und durch einvernehmliche Lösungen. Dabei biete Coca-Cola betroffenen Mitarbeitern ein finanziell attraktives Leistungspaket an.