Auswanderin aus Hamm: Brigitte Kalle wandert auf die Azoren aus

Brigitte Kalle vom „Haus Refus“ vor dem Container, in dem demnächst ihr Hausrat verstaut wird. Der findet dann auf den Azoren ein neues Zuhause.
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Brigitte Kalle vom „Haus Refus“ vor dem Container, in dem demnächst ihr Hausrat verstaut wird. Der findet dann auf den Azoren ein neues Zuhause.

Selmigerheide - Es war Liebe auf den ersten Blick: Sicher, Brigitte Kalle ist schon lange ein Portugal-Fan. Doch bei ihrem ersten Besuch auf den Azoren im Frühjahr 2015 hat sich die Hammerin in die zu Portugal gehörende Inselgruppe im Atlantik verliebt – und zwar so sehr, dass die Gastronomin vom „Haus Refus“ und ihr Lebensgefährte André in Kürze ihre Zelte in Hamm abbrechen und auf der Hauptinsel Sao Miguel ein neues Leben beginnen werden.

Am Sonntag, 26. Juni, ab 10 Uhr will sich Brigitte Kalle von ihren Gästen verabschieden. Auf die Besuche im „Haus Refus“ müssen diese allerdings auch danach nicht verzichten. Denn bereits zum 1. Juli hat Christoph Löffler, ein langjähriger Mitarbeiter von Brigitte Kalle, das „Haus Refus“ gepachtet. „Der Betrieb geht also weiter. Und auch das Personal und das Grundkonzept samt Burgerbus bleiben“, so die 58-Jährige. Sie werde allerdings weiter versuchen, die Gaststätte mit den fünf dazugehörigen Wohneinheiten und den drei Gewerberäumen zu verkaufen.

"Haus Refus": Betrieb geht weiter

Mit ihrem Haus in Weetfeld, in dem sie die vergangenen 18 Jahre verbracht hat, ist ihr dies bereits gelungen – auch wenn es bis dahin ein „steiniger Weg war“. Mit dem Geld hat sich Kalle auf Sao Miguel ein kleines Häuschen gekauft. „Blaues Haus“ nennt sie ihr neues Domizil in Anspielung auf die markante Farbe, in der es gestrichen ist, liebevoll. Dort gebe es aber noch einiges zu tun. An ihre Zeit im „Haus Refus“ denkt die Gastronomin gerne zurück. „Es waren tolle sieben Jahre.“ Und die sowie den Kontakt zu ihren Gästen wolle sie nicht missen. Aber sie habe in ihrem Leben immer mal wieder etwas Neues ausprobieren wollen, erklärt die 58-Jährige, die Visuelle Kommunikation studiert hat und die später unter anderem eine Boutique sowie einen Versandhandel hatte.

Dieses Mal habe sie vor der Frage „Jetzt oder nie“ gestanden, so Kalle in Anspielung auf den Umstand, dass sie schließlich auch nicht mehr die jüngste Auswanderin sei und ein Neuanfang auf den Azoren einige Jahre später wohl nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Vorbereitungen für den Umzug auf die Azoren, den auch ihre beiden Hunde und Katzen mitmachen werden, laufen bereits auf Hochtouren. Demnächst werde sie einen Container mit ihrem Hausrat packen. „Und am 26. August geht es dann endlich los.“ Auch auf den Azoren wird Brigitte Kalle arbeiten – wohl aber nicht mehr als Gastronomin. Vielmehr werde sie sich um die Vermietung von Ferienhäusern und -wohnungen auf jenen Inseln kümmern, die vier Stunden und 20 Minuten Flugzeit von Deutschland entfernt sind.

Neues Zuhause ist 3.100 Kilometer Luftlinie von Hamm entfernt

Es gebe dort aber auch andere Möglichkeiten zu arbeiten. „Zum Beispiel als deutschsprachiger Fremdenführer.“ Sie könne sich aber auch vorstellen, den Touristen besondere Events anzubieten. „Zum Beispiel ein romantisches Drei-Gänge-Menü am Strand.“ Aber das werde die Zeit mit sich bringen. Jetzt erst einmal konzentriert sich Brigitte Kalle, die schon ein wenig Portugiesisch spricht, auf ihre letzten Tage im „Haus Refus“ und auf den Abschied von ihren Gästen, um dann zwei Monate später einen Neuanfang zu starten. Was sie an den Azoren so schätzt? „Die Natur, das milde Klima, die Menschen und die Ruhe, die die Inselgruppe ausstrahlt“, verrät Kalle. „Und, dass sie noch nicht so überlaufen ist wie viele andere Touristenziele.“ Doch auch, wenn ihr neues Zuhause künftig gut 3.100 Kilometer Luftlinie von Hamm entfernt sein wird: Die Kontakte in ihre – dann ehemalige – Heimat will Brigitte Kalle nicht abreißen lassen. So werde sie versuchen, ein Online-Tagebuch zu führen, kündigt sie an.

Weitere Informationen zu den Azoren und Ferienunterkünfte hier: www.sao-miguel-azoren.com

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