Masken statt Mode

Arbeit für 100 Mitarbeiter: Hamm soll Zentrum für Maskenproduktion in Europa werden

Masken statt Mode: Noch weist an der Heessener Straße alles auf Benvenuto hin, doch bald produziert hier die Firma LaVie Medi-Care.
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Masken statt Mode: Noch weist an der Heessener Straße alles auf Benvenuto hin, doch bald produziert hier die Firma LaVie Medi-Care.

Hamm soll Zentrum für die Maskenproduktion in Deutschland und Europa werden. Nicht vor dem Hintergrund von Corona, sondern darüber hinaus für den medizinischen Bedarf in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Praxen.

Hamm – In den ehemaligen Firmenräumen von Leithäuser beziehungsweise Benvenuto an der Seeburger Straße will die LaVie Medi-Care eG eine Produktionsstätte für medizinische Masken errichten. Benvenuto, das im vergangenen Jahr als Marke von der Kaiser Bekleidungs-GmbH übernommen worden ist, bleibt auf der jetzigen Ladenfläche Pächter und der Verkauf geht weiter. (News zum Coronavirus in Hamm)

Maskenproduktion in Hamm schon ab Juni?

Die Immobilie steht nach eigenen Angaben vor dem Verkauf an LaVie Medi-Care. Man habe Einigkeit erzielt, sagt Nina Helmel, Vorstand des Unternehmens. Schon im Juni sollen hier nach kleineren Umbauten die ersten Masken hergestellt werden. Aktuell produziert LaVie in Offenbach.

In Hamm soll der Umfang deutlich gesteigert werden: laut Helmel mit mehr Maschinen auf einen Sieben-Tages-Betrieb rund um die Uhr. Etwa 100 Mitarbeiter sollen in Hamm beschäftigt werden. Pro Minute könnten 800 Masken gefertigt werden, sagt Helmel. Die Produkte seien günstiger und besser als Ware aus dem asiatischen Raum. Lieferwege und -zeiten würden wesentlich verkürzt. Für Hamm als Standort haben die zentrale Lage und der Zuschnitt der Immobilie gesprochen. Zuvor hatte es bereits einen Ansiedlungsversuch im Saarland gegeben, dieser war aber gescheitert.

100 Wohnungen sollen in unmittelbarer Nähe entstehen

Mit der Maskenproduktion ist es nicht genug: In unmittelbarer Nähe zum Produktionsstandort will das Unternehmen zudem 100 Wohnungen errichten, teils gefördert, teils frei finanziert. „Die Wohnungen richten sich an alle Interessenten in Hamm und sind nicht den Mitarbeitern vorbehalten“, sagt Helmel.

Die Idee, Wohnraum zu schaffen, habe sich unabhängig von der Maskenproduktion entwickelt. Architektonisch entwickelt werden beide Vorhaben vom Hammer Büro Noweck und Pahmeyer. Gespräche mit der Stadt Hamm seien geführt, sagt Helmel. Die Idee stoße auf positive Resonanz. Erforderlich ist eine Bebauungsplanänderung. Diese werde vorbereitet, um dann den üblichen Weg durch die Politik und den Rat zu gehen.

Unternehmen erst Mitte 2020 gegründet

LaVie Medi-Care eG ist ein noch sehr junges Unternehmen, das Mitte 2020 gestartet ist. Nach Angaben von Helmel verfügen die führenden Köpfe und Ideengeber dahinter allesamt über unternehmerische Erfahrung. Für den Aufbau und die Expansion des Unternehmens gebe es Fördermittel vom Bund. 

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