Hammer Ärztesprecher befürchtet weniger Hausärzte

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Hamm -  Der Hammer Ärzteverein erwartet in den kommenden Jahren einen Rückgang der Zahl der Hausärzte in der Lippestadt.

Der Vorsitzende Dr. Matthias Bohle begrüßt zwar die geplante Veränderung der Verhältniszahl von Arzt zu Patient für das Ruhrgebiet, doch er geht nicht wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe davon aus, dass dies unterm Strich Hamm 25 Hausärzte mehr bescheren wird.

Bohle begründet seine These mit diesen Zahlen: Im vergangenen Monat hätten 13 Allgemeinmediziner ihre Fachprüfung abgelegt, auf das Jahr hochgerechnet wäre das rund 150 für Westfalen-Lippe. „Der Bedarf liegt aber bei 1 000“, so Bohle. Derzeit seien in Hamm sechs Hausarztstellen ausgeschrieben – bislang ohne Erfolg. „Ich weiß von zwei Stellen, die niemanden finden werden“, so Bohle weiter. Hamm werde in naher Zukunft also „nur“ zwei Stellen verlieren – „wenn es gut läuft“. „Es gibt ein eklatantes Missverhältnis zwischen der Zahl weggehender und der Zahl nachrückender Ärzte“, stellt Bohle klar. 70 Prozent der Medizinstudenten seien mittlerweile weiblich. „Die jungen Kolleginnen haben eine anderer Lebensplanung als wir Hausärzte früher“, sagt Bohle.

Die Verhältniszahl für Hausärzte liegt bundesweit bei 1671 Einwohnern je Arzt. In der Sonderregion Ruhrgebiet, zu der Hamm zählt, wurde aber eine Verhältniszahl von 2134 Einwohnern je Arzt festgelegt. Diese soll nun abgesenkt werden, so dass Hamm mehr Ärzte bekommen könnte. „Ein Arzt in Bayern hätte bei dieser Relation längst das Handtuch geworfen“, sieht auch Bohle Handlungsbedarf. Nach der geltenden Regelung ist Hamm aktuell mit 97 Hausärzten überversorgt und für Neuzulassungen gesperrt.

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