Adenauerallee weckt Begehrlichkeiten

Ruf nach mehr Tempo 30 in Hamm - Warum das nicht so einfach ist

Im Bereich der (noch) improvisierten Querung zwischen Nordringpark und Schleusenplatz beginnt bzw. endet die Tempo-30-Zone im östlichen Bereich.
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Im Bereich der (noch) improvisierten Querung zwischen Nordringpark und Schleusenplatz beginnt bzw. endet die Tempo-30-Zone im westlichen Teil. Praktisch: Obwohl die Vorgabe „nur“ die Schule (hier also das Gymnasium Hammonense) betreffen, kommen auch hier Fußgänger und Radler sicherer über die Straße. Die Distanz wurde mit 300 Metern voll ausgeschöpft.

Die noch ziemlich junge Tempo-30-Zone auf der Adenauerallee weckt Begehrlichkeiten. Aus der Leserschaft wird gefragt, warum sie denn nicht noch weiter ausgedehnt wurde. Oder ob sie denn nicht auch als Vorbild für andere Straßen in Hamm tauge. Doch selbst bei gutem Willen ist das nicht immer leicht.

Hamm - Längst bekannt ist, dass die Hammer Ampelkoalitionäre (vor allem die grünen) die Stadt nach und nach verkehrsberuhigen möchten - für mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrer ebenso wie für Fußgänger. Auch die Hauptstraßen sollen keine Ausnahmen sein - so wurde nach der Alleestraße inzwischen auch auf der Adenauerallee ein auf 300 Meter begrenzter Tempo-30-Bereich verfügt und eingerichtet. WA-Leser wundern sich nun, warum diese Zone so knapp gehalten und nicht bis zur Musikschule ausgeweitet wurde. Immerhin befänden sich ja noch zwei Fußgängerüberwege sowie - etwas entfernt – ein Seniorenheim.

Die Adenauerallee steht in dieser Frage durchaus stellvertretend für viele ähnlich gelagerte Fälle in Hamm, wie Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage erklärt. Denn den gesetzlichen Vorgaben zufolge sei die Einrichtung von Tempo-30-Streckenbereichen innerörtlich nur an relevanten Einrichtungen vorgesehen. Darunter fallen etwa Kindergärten, -tagesstätten, -krippen, -horte sowie allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen für geistig oder körperlich behinderte Menschen, Alten- und Pflegeheime oder Krankenhäuser. Eben das („Schule“, „Kita“ ...) wird dann ja auch am entsprechenden Schilderbaum ausgewiesen. Gemäß den Verwaltungsvorschriften hierzu sei dieses Streckenverbot zudem maximal auf eine Länge von 300 Metern anzuordnen.

Hier beginnt bzw. endet der Tempo-30-Bereich auf der Adenauerallee im östlichen Teil.

Tempo 30 in Hamm: Der Kniff mit der Schule

Um beim Beispiel Adenauerallee zu bleiben: Eine Ausweitung der 30er-Zone über die beiden Fußgängerüberwege bis zur Musikschule sei derzeit schlicht nicht möglich. Die oben genannte „Aufzählung der relevanten Einrichtungen im Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung ist abschließend“, so Herberg. Eine weitere Einrichtung, die eine Ausweitung rechtfertigen würde, befinde sich nicht im Streckenverlauf. Immerhin wurde mit dem Kniff „Schule“ jedoch die Möglichkeit geschaffen, auch die einige Meter weiter gelegene Querung zwischen dem Nordringpark und der Kanalkante für Fußgänger und Radler sicherer zu ermöglichen.

Gleichwohl lotet die Stadt derzeit weitere Möglichkeiten konkret aus, macht Herberg deutlich. „Aktuell befinden sich noch weitere Einrichtungen in der Überprüfung der gesetzlichen Voraussetzungen.“ Konkret in die Karten gucken lässt sie sich aber leider noch nicht. „Eine Mitteilung an die politischen Gremien“ werde vorbereitet, heißt es dazu lapidar.

Tempo 30 in Hamm: Blitzer setzen Nadelstiche

Um die Verkehrsteilnehmer an die neuen 30er-Vorgaben zu gewöhnen, setzt die Stadt in den entsprechenden Bereichen Nadelstiche in Form von unregelmäßigen Blitzerkontrollen ein. Das gilt zum Beispiel auf der Alleestraße im Bereich der Matthias Claudius-Schule und auf der Fährstraße, aber natürlich ganz aktuell eben auch auf der Adenauerallee. Dort soll demnächst sogar eine stationäre Blitzsäule platziert werden.

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