Herausragender Hammerkopfturm
Schutz für Heinrich Robert: Teil der Zeche ist Denkmal
Herringen/Pelkum – Ein Großteil der Zeche Heinrich Robert ist jetzt ein Denkmal. Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamtes, bestätigte, dass insgesamt acht Gebäude in die Denkmalliste der Stadt Hamm eingetragen wurden.
Martin Löckmann, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert, und Stadtplaner Stephan Aumann hatten in diesen Tagen darüber auch die Herringer Bezirksvertreter in Kenntnis gesetzt. Aus dem bereits vor einigen Jahren vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erstellten Katalog der schützenswerten Gebäude auf Heinrich Robert wurde lediglich das Fördergerüst von Schacht Heinrich nicht in die Denkmalliste aufgenommen. Nach Angaben der RAG Montan Immobilien ist es nicht mehr standsicher. Investor Jürgen Tempelmann, der seit März Eigentümer der Gebäude ist, möchte aber in Erinnerung an den früheren Standort einen Teil des Schachtgerüstes erhalten.
Bei den Gebäuden, die in die Denkmalliste aufgenommen wurden, steht dies außer Frage. Geschützt sind:
1. Alte Pforte (ehemaliges Betriebsratsbüro mit Laubengang);
2. Neue Verwaltung mit vorgelagertem Park;
3. Mannschaftskaue;
4. Magazin, Lampenstube, Verwaltung (mit Lichthof);
5. Hammerkopfturm Schacht Robert;
6. Fördermaschinenhaus Schacht Heinrich;
7. Maschinenzentrale;
8. Fördermaschinenhaus Schacht Robert.
Betrachtet man die genannten Gebäude – eine Ausnahme bildet der Hammerkopfturm – einzeln, kommt nicht jedem zwingend ein solitärer Denkmalwert zu. „In der Gesamtheit aber erklären die dargestellten Einheiten das System Zeche. Es handelt sich um ein aus mehreren Teilen bestehendes Objekt, an dessen Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht“, heißt es in der Begründung, warum die acht Gebäude unter Schutz gestellt wurden.
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„Das öffentliche Interesse begründet sich darin, dass die Zeche bedeutend ist für die Stadt Hamm“, heißt es weiter. Sie habe das Siedlungsbild des heutigen Hammer Westens maßgeblich beeinflusst. Durch die Zeche sei die Bevölkerungszahl stark angestiegen, Siedlungen entstanden und Schulen gebaut worden. Zudem habe der Bergbau das wirtschaftliche Wachstum der Stadt nachhaltig beeinflusst, so die Denkmalschützer, die zudem den über Jahrzehnte fortgeführten „axialen Aufbau“ der Anlage herausstellten.
Für den Erhalt lägen wissenschaftliche Gründe vor. „Mit dem dargestellten Denkmalumfang lässt sich der betriebliche Ablauf eines kurz nach der Jahrhundertwende geplanten und realisierten Bergwerkes dokumentarisch belegen.“
Von 1904 bis 1958
Im weiteren Verlauf der Denkmalbegründung werden die Besonderheiten der unter Schutz gestellten Gebäude beschrieben. Die ältesten sind die Maschinenzentrale (1904 bis 1906), das Fördermaschinenhaus Schacht Heinrich (1904) sowie das frühere Betriebs- und Kauengebäude, das zuletzt als Verwaltungsgebäude, Lampenstube und Magazin diente. Es wurde im Kern zwischen 1903 und 1907 gebaut. Die jüngsten unter Schutz gestellten Gebäude sind der Hammerkopfturm (1953/54) und die Mannschaftskaue (1958).
Sprengung vom Rundeindicker u. Bergebunker auf Zeche Heinrich Robert Hamm




Besonders ausführlich wird die Unterstutzstellung des Hammerkopfturms begründet. Er wird dem Architekten Fritz Schupp zugeschrieben. Der hat auch die als Weltkulturerbe anerkannte Zeche Zollverein in Essen geplant. „Von daher kommt diesem Förderturm auch aus technikgeschichtlicher und architektonischer Sicht eine besondere Bedeutung zu.“
Neben den genannten will Tempelmann auch weitere, nicht unter Schutz stehende Gebäude nachnutzen. Andere wie die Schmiede – hier hat man es mit Altlasten zu tun – werden abgerissen.



