Rolltore lange im Tiefschlaf

43 Polizeieinsätze: Tiefgarage unterm Kino wird zur Festung

Der neue Parkhausbetreiber lässt Rolltore einbauen.
+
Der neue Parkhausbetreiber ließ schon im April 2021 Rolltore einbauen. Über Monate funktionierten sie nicht.

Über Jahre war das Parkhaus unter dem Kino am Chattanoogaplatz ein Ärgernis: Übernachtungsgäste, Drogenküche, Verunreinigungen, Angst-Ort. Nun scheinen die Tage als innerstädtischer Tummelplatz von Schattengestalten tatsächlich gezählt.

Hamm - Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen die Rolltore an Zu- und Ausfahrt als wesentlicher Baustein und große Hoffnung für mehr Sicherheit freigeschaltet werden. Das sagte der Regionalleiter von Betreiber Saba Park Deutschland GmbH, Carl Philipp Rose, gegenüber unserer Zeitung. Eigentlich hätte dieser Schritt schon längst erfolgt sein sollen, doch laut Rose machte ein einziges fehlerhaftes Bauteil in der Schaltung zuletzt einen Strich durch die Rechnung. Inzwischen sei dies aber ausgetauscht und die Technik stehe. „Nun hängt es nur noch an der Freischaltung durch den Systemhersteller. Ich bin zuversichtlich, dass diese in Kürze erfolgt“, so der Regionalleiter.

Der Zugang zur Garage wird dann vom späten Abend (letzte Kinovorstellung) bis zum Morgen bei verschlossenen Rolltoren nur über das Parkticket, ein Lesegerät und den Nachteingang zum Treppenhaus möglich sein.

Auch weitere potenzielle Schlupflöcher für ungebetene Gäste will Saba Park verschließen. Dazu sollen laut Rose Zäune errichtet werden, die einen Sprung auf die Parkdecks verhindern. Auch das Personal werde noch einmal aufgestockt: Eine Stellenanzeige für einen Mitarbeiter in Teilzeit laufe aktuell. Zudem sei weiterhin ein Sicherheitsdienst im Einsatz.

Schmuddel-Tiefgarage in Hamm: Viele Alarmierungen

Dass diese Maßnahmen nach wie vor dringend notwendig sind, zeigt die Einsatzstatistik der Polizei. Die Alarmierungen im und um das Parkhaus sind seit Mitte Juli bis heute noch einmal drastisch nach oben geschnellt. Liefen vom 1. Januar bis Mitte Juli 31 Einsätze auf, waren die Beamten ab dem 15. Juli 43 Mal vor Ort.

Die Liste umfasst die ganze Palette altbekannter Alarmierungsanlässe: hilflose beziehungsweise verdächtige Personen (zusammen allein 17 Fälle), Hausfriedensbruch, Drogenhandel oder Konsum (drei Anzeigen) und verschiedene Diebstähle. Insgesamt wurden laut Polizeisprecher Malte Gerwin in diesem Zeitraum 18 Anzeigen geschrieben. Am Mittwoch waren Rettungsdienst und Polizei in den Morgenstunden gleich zwei Mal vor Ort, um sich um hilflose Personen zu kümmern.

Schmuddel-Tiefgarage in Hamm: Licht am Ende des Tunnels

Die Zahl 43 ist zweierlei: einerseits ein Spiegelbild einer immens hohen Zahl von Verstößen an einem zentralen Ort in der Innenstadt und andererseits ein Indiz für eine noch konsequentere Alarmierung der Ordnungshüter durch Mitarbeiter und Sicherheitsdienst. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Wo nicht alarmiert wird, gibt es auch keine Fälle.

Saba-Regionalleiter Carl Philipp Rose lobte die gute Zusammenarbeit mit der Polizei: „Ein Anruf genügt, und die Beamten sind da.“ Nun hofft er, dass die Zahl der Anrufe bald abnimmt. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, sagt Rose.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare