Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Winterfreie Zone Mitteleuropa: Dauerhoch treibt das Wetter im Dezember 2025 auf Rekordkurs

Seit Tagen blockiert ein stabiles Hoch jede Wetteränderung und treibt den Dezember 2025 Richtung Rekordwärme. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Seit nun vielen Tagen präsentiert sich die Großwetterlage nahezu unbeweglich. Ein mächtiges Hochdruckgebiet verharrt hartnäckig über Mitteleuropa und verhindert konsequent den Zustrom kälterer Luftmassen. Diese Konstellation gilt als eine der winterfeindlichsten Wetterlagen, die man im Dezember überhaupt bekommen kann. Sie sorgt für überdurchschnittliche Temperaturen, weitgehend klare Verhältnisse und eine erstaunliche atmosphärische Stabilität. Prognosen deuten darauf hin, dass dieser blockierende Zustand mindestens zehn bis vierzehn weitere Tage anhalten dürfte. Das bedeutet, dass sich die milden Werte festsetzen und echte winterliche Szenarien kaum eine Chance haben, sich durchzusetzen.

Das mächtige Wärmehoch halt auch in den kommenden Tagen weiterhin die Stellung über Mitteleuropa.

Dezember 2025 auf Rekordkurs

Aktuell liegt die mittlere Temperatur dieses Monats bei 5,6 Grad und damit lediglich 0,9 Grad unter dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2015, der bei 6,5 Grad liegt. Sollte die milde Witterung anhalten, könnte die Durchschnittstemperatur weiter ansteigen und zumindest die Marke von 6,0 Grad noch erreichen. Damit rückt die Möglichkeit in greifbare Nähe, dass der Dezember 2025 nicht nur einer der wärmsten, sondern unter Umständen sogar der wärmste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 wird. Die kommenden zwei Wochen entscheiden darüber, wie weit dieser Monat in die klimatologische Geschichte eingehen wird.

Klare Antwort auf bekannte Einwände

Immer wieder taucht in solchen Situationen das Argument auf, dass es auch vor 1881 Wetter gab und dass Warmzeiten schon immer existierten. Das ist korrekt, aber es greift zu kurz. Der entscheidende Punkt ist die Häufung und Intensität solcher extrem milden Monate in der jüngeren Vergangenheit, die im statistischen Vergleich deutlich aus dem Rahmen fallen und in enger Verbindung mit dem langfristigen Erwärmungstrend stehen. Einzelne Wärmeperioden hat es früher gegeben, doch die systematische Verschiebung der Temperaturverteilung ist ein Phänomen der Moderne. Genau deshalb sind heutige Rekorde nicht nur wetterhistorisch, sondern auch klimatisch von Bedeutung.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare