Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter zu Weihnachten: Schneetraum geplatzt? Letzte Hoffnung auf eisige Überraschung bleibt
Die neue GFS-Prognose sorgt für Aufregung: Deutschland droht erneut ein völlig grünes Weihnachtsfest. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Die frisch eingetroffene GFS-Prognose der NOAA reicht nun bis zum 24. und 25. Dezember 2025 und wirft einen ernüchternden Blick auf das mögliche Weihnachtswetter. Die Schneehöhenkarte für den ersten Weihnachtstag zeigt Deutschland nahezu komplett in Grün. Selbst in den Mittelgebirgen wird kaum noch eine Schneedecke berechnet, da die aktuell milde Westlage den vorhandenen Schnee deutlich abschmelzen lässt.
Bis Weihnachten könnte vieles vollständig verschwunden sein. Einzige Ausnahme bleiben die Alpen, wo durch die Höhenlage immerhin etwas Schnee erhalten bleibt. Für alle, die auf weiße Weihnachten hoffen, wirkt diese erste Modellrechnung wie ein kleiner Winterdämpfer, zumal die Großwetterlage bislang nicht auf eine nachhaltige Umstellung hindeutet.
Winter-Wetter in Deutschland: Hoffnung auf Abkühlung – aber ohne passende Niederschläge
Trotz der sehr milden Phase gibt es einen schwachen Silberstreif am Horizont. Kurz vor Weihnachten simuliert das Modell einen Temperaturrückgang, der zumindest den extremen Wärmeüberschuss stoppt. Allerdings bleibt ausgerechnet der entscheidende Faktor aus: Niederschlag. Ohne fallenden Schnee kann selbst kühlere Luft keine weiße Landschaft zaubern.
Damit erscheint ein spontaner Wintereinbruch eher unwahrscheinlich. Dennoch ist bemerkenswert, dass weder zweistellige Plusgrade noch sturmartige Bedingungen für Heiligabend und den ersten Feiertag gerechnet werden. Die prognostizierten zwei bis sieben Grad deuten auf ruhiges, später möglicherweise trocken-kühles Festtagswetter hin.
Warum die Wetter-Prognose noch lange nicht das letzte Wort ist
Obwohl die Daten aktuell wenig Spielraum für ein verschneites Weihnachtsfest lassen, ist die Meteorologie in dieser Reichweite bekannt für größere Schwankungen. Modelle korrigieren sich häufig, insbesondere wenn sich blockierende Wetterlagen oder neue Impulse aus dem Atlantik entwickeln. Ein einzelnes Laufmodell sollte daher nicht als endgültige Vorhersage verstanden werden.
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Die Atmosphäre befindet sich derzeit in einer Übergangsphase, in der kalte Luft über Nordeuropa lauert, während milde Strömungen noch dominieren. Schon kleine Verschiebungen könnten die Balance verändern. Die kommenden Modellläufe werden zeigen, ob sich der schwache Trend zur Abkühlung festigt und vielleicht doch ein kleiner Restwinter rechtzeitig eintrifft.
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