Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Winter 2025: Hundertjähriger Kalender schürt schon jetzt ersten Verdacht für das Weihnachts-Wetter

Der altbewährte Bauern-Wetterkalender kündigt Schneegestöber an – doch bei Weihnachten selbst bleibt die Schneedecke laut den Regeln fraglich. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm - Nach dem 100-jährigen Kalender beginnt der Winter 2025 früh. Schon Ende Oktober sollen erste Schneeflocken fallen, begleitet von Frostnächten und grauem Himmel. Im November setzt sich das kalte Wetter fort, mit häufigen Schneeschauern und unbeständigen Tagen. Der Dezember startet laut den alten Aufzeichnungen wechselhaft – mal frostig, mal nass, mit wiederholten Schneefällen in den Mittelgebirgen und gelegentlich auch im Tiefland.

Weiße Weihnachten? Was sagt dazu der hundertjährige Kalender?

Das klingt auf den ersten Blick nach einem perfekten Auftakt für eine weiße Weihnacht. Doch im Kalender wird angedeutet, dass die Kälte ab Mitte Dezember etwas nachlassen könnte. Eine milde Westströmung könnte sich durchsetzen und den zuvor gefallenen Schnee in tieferen Lagen wieder dahinschmelzen lassen.

Weiße Weihnachten? Die Chancen stehen auf der Kippe

Zwar deuten die frühen Winterzeichen auf einen kalten Start hin, doch ob es für eine geschlossene Schneedecke an Weihnachten reicht, bleibt ungewiss. Der 100-jährige Kalender spricht davon, dass kurz vor dem Fest häufig Tauwetter einsetzt. Dieses „Weihnachtstauwetter“ ist eine bekannte Erscheinung, die schon viele Schneeträume zerstört hat.

Besonders im Flachland sind die Chancen auf weiße Weihnachten ohnehin gering, da milde Atlantikluft in dieser Jahreszeit oft die Oberhand gewinnt. In den Mittelgebirgen oder im Alpenvorland könnte es hingegen reichen – dort bleibt der Boden eher kalt genug, um eine dünne Schneedecke zu halten. Insgesamt lässt sich sagen: Der Kalender gibt Hoffnung, aber keine Garantie.

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Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
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Aus meteorologischer Sicht ist der 100-jährige Kalender natürlich kein präzises Vorhersageinstrument. Seine Einträge beruhen auf alten Beobachtungen und astrologischen Zyklen, nicht auf modernen Wettermodellen. Dennoch spiegeln sie ein Gefühl wider, das viele teilen: die Sehnsucht nach einem echten Winter mit Schnee zu Weihnachten.

In einem Jahr, in dem die Atmosphäre offenbar früh in den Kaltmodus schaltet, ist eine weiße Weihnacht 2025 zumindest wahrscheinlicher als in den letzten Jahren. Und selbst wenn die Wiesen an Heiligabend grün bleiben – die winterliche Stimmung wird durch den frühen Frost, klare Nächte und vielleicht den ein oder anderen Schneeschauer sicher nicht ausbleiben.

Wer sich bereits jetzt in winterliche Stimmung bringen will, der kann das sogar mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Denn die Weihnachtsmarkt-Saison mit allem drum und dran beginnt in einer Region schon Mitte Oktober.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sebastian Willnow

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