Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Plötzlich eisige Weihnachten – Hoch blockiert Wetter bis in den Januar

Plötzlich kippt Weihnachten 2025: knackiger Frost bis minus zehn Grad, eisige Nächte, trockene Tage, blockiertes Wetter. Warum das passiert und wie lange es anhält. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Ein mächtiges Hochdruckgebiet bestimmt das Wetter rund um Weihnachten 2025 und bleibt ungewöhnlich stabil. Statt weiterzuziehen, verlagert es sich langsam nach Westen Richtung Frankreich. Dadurch wird der atlantische Einfluss blockiert, Tiefs werden abgelenkt, und Mitteleuropa verbleibt in ruhiger, trockener Luft. Unter klarem Himmel kühlt die Luft nachts stark aus, vielerorts bis nahe minus zehn Grad.

Am 2. Weihnachtstag zeigt die Prognose mäßigen bis strengen Nachtfrost in Deutschland.

Tagsüber steigt die Temperatur kaum an. Die Wetterkarten wirken wie eingefroren, weil sich an der großräumigen Druckverteilung wenig ändert. Diese Blockierung ist kein Zufall, sondern ein klassisches Wintermuster mit bemerkenswerter Ausdauer. Gerade an Feiertagen verstärkt die Ruhe den Eindruck eines abrupten Kälteeinbruchs ohne winterliche Kulisse.

Wetter an Weihnachten 2025: Warum es eisig wird, aber nicht schneit

Mit der Westverlagerung des Hochs öffnet sich auf seiner Ostseite der Zustrom kontinentaler Kaltluft. Diese Luftmasse ist extrem trocken und stammt aus Osteuropa. Sie bringt nachts sogar strengen Frost, aber kaum Wolken. Ohne Feuchtigkeit fehlen Schneefälle trotz tiefer Temperaturen. Nachts sorgt Ausstrahlung für kräftige Abkühlung, während die tief stehende Sonne tagsüber nur wenig Wärme liefert. So entstehen eiskalte Nächte und frostige Tage ohne weiße Landschaft. Der Winter zeigt sich hart, aber unscheinbar, mit Reif, gefrorenen Böden und klarer Luft. Für viele fühlt sich diese Kombination paradox an, weil Kälte hierzulande meist automatisch mit Schnee verbunden wird. Doch genau das bleibt diesmal aus.

Warum der Umschwung ausbleibt

Der Jetstream verläuft stark gewellt und stabilisiert die Hochdruckblockade über Europa. Atlantische Tiefs finden keinen Durchlass und werden weit nach Norden oder Süden gelenkt. Solange diese Zirkulation anhält, ändert sich am Wetter kaum etwas. Modelle deuten darauf hin, dass eine Auflösung frühestens im Verlauf des Januars möglich wird. Bis dahin dominieren Frost, Inversionen und trockene Luft. Das Wetter wirkt gruselig statisch, folgt jedoch klaren physikalischen Regeln. Erst ein kräftiger Impuls von Westen oder eine Umlagerung des Hochs könnte Schnee ermöglichen. Bis dahin bleiben Weihnachten und Jahreswechsel eisig, ruhig und schneelos in weiten Teilen Deutschlands, mit anhaltender Trockenheit und klaren Nächten.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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